Mit Aktienanleihen zum Gewinner der Abgeltungssteuer werden

Aktienanleihen sind, wie das Wort schon sagt, eine Kombination aus Aktien und Anleihen.

Die Rückzahlung der Anleihe hängt aber von der Kursentwicklung der zugrunde liegenden Aktie (Basiswert) ab. Dieses Risiko wird mit einem deutlich höheren Zinskupon als bei normalen Anleihen oder sogar Staatsanleihen ausgeglichen. So beträgt der Zinssatz der Aktienanleihe meistens deutlich über 10%.

Zum Laufzeitende gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Sie erhalten das eingesetzte Kapital zuzüglich Zinszahlung oder

  • Sie erhalten neben den Zinsen Aktien des Basiswerts.

Solange der Aktienkurs des Basiswerts am Laufzeitende auf oder über dem vorher festgelegten Basispreis notiert, erhalten Sie den Nennwert der Anleihe zu 100% plus der darauf anfallenden Zinsen ausgezahlt.

Dies ist der Idealfall. Denn so können Sie die hohe Rendite von oftmals über 15% einstreichen.

Liegt der Aktienkurs am Laufzeitende unter dem Basispreis, bekommen Sie die Zinsen und ein Paket Aktien des Basiswerts anstatt der Geldrückzahlung in Ihr Depot eingebucht. Hierdurch kann unter Umständen ein Verlust entstehen. Dank der Zinsen besitzen Sie jedoch einen ordentlichen Risikopuffer.

Mit Aktienanleihen verbinden Sie die Renditechancen von Aktien mit der Sicherheit von Anleihen

Aktienanleihen bieten Ihnen hohe Renditen, wenn Sie mit seitwärts tendierenden oder nur leicht steigenden Aktienkursen rechnen. In solchen Marktphasen können Sie sogar höhere Gewinne erzielen als mit der Direktanlage in Aktien.

Die Sicherheit der Anleihe hängt von der Kursentwicklung der Aktie ab. Dafür erhalten Sie einen hohen Zinskupon, der Ihnen einen Risikopuffer bietet. Dieser fällt um so höher aus, je stärker der Basiswert schwankt, also eine hohe Volatilität besitzt.

Ihre Zinsen erhalten Sie in jedem Fall

Die Laufzeit einer Aktienanleihe beträgt in den meisten Fällen ein bis drei Jahre. Unabhängig davon, wie sich der zugrunde liegende Aktienkurs entwickelt, erhalten Sie die Zinsen zum Laufzeitende ausgezahlt. Im Falle einer mehrjährigen Laufzeit gibt es die Zinsen jährlich.

Wird eine Aktienanleihe während der Laufzeit gekauft, zahlt der Käufer Stückzinsen an den Verkäufer. Stückzinsen sind die aufgelaufenen Zinsen zum Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkt seit der letzten Zinszahlung. Gezahlte Stückzinsen sind beim Käufer negative Einnahmen aus Kapitalvermögen und können mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden.

Unterschied zwischen Fälligkeitstag und Ausübungstag

Bei Aktienanleihen gibt es zwei unterschiedliche Tage zu berücksichtigen. Der Fälligkeitstag ist der Tag, an dem die Aktienanleihe zurückgezahlt wird oder – bei negativer Aktienkursentwicklung – die Aktien in das Depot eingebucht werden.

Am Ausübungstag wird entschieden, wie die Anleihe getilgt wird: Entweder findet die Nennwertrückzahlung statt oder der Emittent liefert Ihnen die Aktien. Der Ausübungstag, oder auch Bewertungstag genannt, liegt vor dem Fälligkeitstag.

Bevorzugen Sie Emittenten mit guter Bonität

Aktienanleihen werden von Banken ausgegeben (emittiert). Sie unterliegen dem Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten, dem sogenannten Emittentenrisiko. Das bedeutet für Sie, dass Sie nur Emittenten auswählen sollten, die eine gute Bonität aufweisen.

1. Szenario: Aktienkurs stagniert

Am Laufzeitende steht der Aktienkurs auf oder leicht über dem Basispreis. Die Anleihe wird durch Rückzahlung des

Nennbetrags zu 100% bedient, und zusätzlich werden die Zinsen ausgezahlt. In diesem Fall erzielen Sie die höchstmögliche Rendite. In dem Beispiel werden 1.000 € Nennwert und (10% von 1.000 €) 100 € Zinsen zurückgezahlt. Ihre Rendite beträgt 10%.

2. Szenario: Aktienkurs sinkt zwischen Gewinnschwelle und Basispreis

Statt der Nennwertrückzahlung erfolgt in diesem Fall die Lieferung der Aktien, da der Basispreis unterschritten wurde. Allerdings erhalten Sie immer noch eine positive Rendite, da die Zinszahlung zuzüglich dem Gegenwert der gelieferten Aktien über dem Nennwert liegt.

Die Aktien können Sie je nach Einschätzung über die weitere Entwicklung im Depot halten, um von einer zukünftigen Kurssteigerung zu profitieren.

3. Szenario: Aktienkurs sinkt unter die Gewinnschwelle

Erst wenn der Aktienkurs unter die Gewinnschwelle sinkt, kommt es zu einem Verlust. Auch hier können Sie die erhaltenen Aktien (Basiswert wurde unterschritten) weiter halten, um auf eine Kurserholung zu setzen.

Achtung: Das Finanzamt behandelt Aktienanleihen als Finanzinnovationen

Steuerlich gesehen sind Aktienanleihen Finanzinnovationen. Das bedeutet für Sie, dass es von vornherein keine Spekulationsfrist von 12 Monaten gibt. Gewinne aus der Kursveränderung der Aktienanleihe zwischen Kauf und Verkauf unterliegen daher grundsätzlich als Kapitalertrag der Zinsabschlagsteuer (30%). Die Differenz zwischen Ankaufskurs und Verkaufskurs bzw. Einlösung der Anleihe ist die sogenannte Marktrendite.

Mit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 entfällt die Einstufung als Finanzinnovation. Dann werden Aktienanleihen steuerlich wie alle anderen Wertpapiere behandelt.

Beispiel für die Besteuerung einer Finanzinnovation

Sie haben eine Aktienanleihe zu einem Kurs von 98% gekauft und halten diese bis zum Ende der Laufzeit. Am Fälligkeitstag wird die Anleihe zu 100% getilgt. Der knapp 2%-ige Kursgewinn (Marktrendite) wird mit Zinsabschlagsteuer belastet.

Die erhaltenen Zinsen unterliegen ebenfalls der Zinsabschlagsteuer. Auch hier können Sie die Zinsabschlagsteuer als Steuervorauszahlung auf Ihre Einkommensteuer anrechnen lassen.

Tipp: Die Zinsabschlagsteuer ist eine Steuervorauszahlung auf Ihre tatsächliche Einkommensteuer. Geben Sie diese Vorauszahlung immer in Ihrer Steuererklärung an und verschenken Sie kein Geld an das Finanzamt.

Sollte die Aktienanleihe am Ende der Laufzeit mit der Lieferung der Aktien bedient werden, ist der Gegenwert der gelieferten Aktien als Verkaufserlös anzusetzen. Als Zeitpunkt der Anschaffung gilt dann der Tag, an dem feststeht, dass es zu einer Lieferung der Aktien kommen wird.

Dies ist der Ausübungstag – er ist in den Emissionsbedingungen zu finden. Der für die Berechnung des Verkaufserlöses maßgebliche Kurs der Aktien ist der niedrigste gehandelte Kurs an einer deutschen Börse am Ausübungstag!

Liegt der Gegenwert der gelieferten Aktien unter Ihren Ankaufskosten der Aktienanleihe, entsteht Ihnen ein Verlust. Dieser Verlust mindert als negative Kapitaleinnahme Ihre weiteren Einnahmen aus Kapitalvermögen (z. B. Zinsen und Dividenden) oder, soweit keine oder nicht ausreichend positiven Kapitaleinnahmen vorhanden sind, grundsätzlich auch Ihre anderen positiven Einkünfte (z. B. nichtselbstständige Arbeit, Renten, Vermietungseinkünfte).

Mit diesen drei Tricks optimieren Sie Ihre Anlage im Hinblick auf die neue Abgeltungssteuer

Mit der neuen Abgeltungssteuer sollen alle Kapitaleinkünfte ab dem 1.1.2009 mit einem pauschalen Steuersatz von 25% (zuzüglich Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer) belastet werden.

Durch die geschickte Auswahl einer attraktiven Aktienanleihe werden Sie sogar zum Gewinner der Abgeltungssteuer.

Achten Sie auf das Datum der Zinszahlung

Der erste Trick ist denkbar einfach: Verschieben Sie die Zinszahlung einfach in das Jahr 2009 hinein. Denn ab 2009 werden Zinserträge nur noch mit pauschal 25% versteuert, wobei ein Zinsertrag in 2008 noch mit Ihrem persönlichen Steuersatz, der bis zu 45% plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer betragen kann, versteuert werden muss. Wählen Sie daher Aktienanleihen aus, die erst in 2009 die Zinsen auszahlen. Das spart Steuern.

Die Zinseinnahmen sind in diesem Fall bereits pauschal versteuert. Sie werden nicht mehr zu Ihren anderen Einkünften hinzu gerechnet. Dadurch erreichen Sie wiederum eine niedrigere Progression.

Laufzeit der Aktienanleihe steueroptimal auswählen

Ein zweiter Trick hilft, auch die Marktrendite günstiger zu versteuern. Denn Aktienanleihen mit Laufzeit bis ins Jahr 2009 führen dazu, dass die Marktrendite ebenfalls nur mit 25% versteuert wird. Auch hier optimieren Sie Ihre Anlage mit Blick auf die Laufzeit.

Allerdings entfällt hierbei auch die Spekulationsfrist von 1 Jahr, wenn Sie statt der Nennwertrückzahlung Aktien erhalten (Aktienkurs sinkt unter Basispreis). Sollte es anschließend wieder zu einem Kursaufschwung kommen, sind die Gewinne daraus voll steuerpflichtig.

Aber es gibt einen noch einen dritter Trick: Als Tag der Anschaffung der ins Depot gebuchten Aktien gilt der Ausübungstag. An diesem Tag wird über Nennwertrückzahlung oder Lieferung der Aktien entschieden. Liegt dieser Tag noch vor dem 1.1.2009, gilt weiterhin der Bestandsschutz: Sie können die Aktien nach Ablauf der 12-monatigen Spekulationsfrist verkaufen. Ihr Gewinn daraus bleibt steuerfrei.

Auf einen Blick: Chancen und Risiken von Aktienanleihen

Chancen:

  • Sie erzielen mit Aktienanleihen hohe Renditen bei seitwärts tendierenden oder leicht fallenden Aktienmärkten.
  • Der Zinskupon wird in jedem Fall gezahlt. Daher stellt dieser einen Risikopuffer gegen einen sinkenden Aktienkurs dar.
  • Aktienanleihen auf Aktien, die eine hohe Volatilität aufweisen, werden mit hohen Zinskupons ausgestattet. Sehr gute Gewinnchancen bestehen, wenn Sie Basiswerte auswählen, deren Kurs sich nach einer starken Schwankung wieder normalisiert.

Risiken:

  • Bei größeren Kursverlusten der zugrunde liegenden Aktie erhalten Sie am Laufzeitende die Aktie ins Depot eingebucht. Falls die Kursverluste der Aktien höher ausfallen als der Zinskupon, entsteht Ihnen ein Verlust.
  • Im Vergleich zum direkten Kauf der zugrunde liegenden Aktie können Sie auch Gewinne verpassen. Denn steigt die Aktie sehr stark an, wäre ein Direktinvestment in die Aktie günstiger gewesen.

Checkliste: So finden Sie die besten Aktienanleihen

  • Wählen Sie eine Aktie aus der 1. Reihe (z. B. aus dem DAX), die solide ist. Diese Unternehmen sind Ihnen geläufig und Sie können die Unternehmensentwicklung in der Tagespresse leichter verfolgen.

  • Die Kursentwicklung der Aktie während der Laufzeit sollte stabil bis leicht steigend sein. Dann erhalten Sie die volle Rendite aus der Aktienanleihe.

  • Wählen Sie einen Basispreis, der in einem vernünftigen Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs steht. Sollte der Basispreis zum Laufzeitende unterschritten werden, besteht die Rückzahlung in der Lieferung der Aktien. Ihre Rendite sinkt.

  • Vergleichen Sie die angebotenen Aktienanleihen unterschiedlicher Emittenten. Wählen Sie nur Emittenten mit guter Bonität, denn nur so ist eine Bedienung der Aktienanleihe gewährleistet.

  • Lassen Sie sich nicht von hohen Zinskupons blenden! Wichtig sind die Entwicklung des Basiswerts und eine entsprechend attraktive (Jahres-)Rendite.

  • Der Nominalwert sollte nicht höher als 1.000 € liegen. Eine solch kleine Stückelung ist besser handelbar als hohe Nominalwerte.

  • Aufgrund der Abgeltungssteuer ab 2009 achten Sie auf den Bewertungstag und den Rückzahlungstag der Zinsen. Der Bewertungstag sollte Ende Dezember 2008 sein. Nur so ist der Bestandsschutz im Falle der Lieferung von Aktien gewährleistet. Die Zinszahlung sollte zu Beginn 2009 stattfinden. In diesen Fällen haben Sie eine steuerlich optimierte Anlage in Aktienanleihen.


Aktienstudie
Zum Jahresstart in diese 3 Werte investieren

Wer 2017 noch nicht zugeschlagen hat, sollte diese Werte spätestens zum Jahresstart 2018 ins Depot überführen. Wir erklären, welche 3 Werte Sie jetzt brauchen, um erfolgreich ins neue Jahr zu starten und satte Gewinne zu realisieren.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "3 Top-Aktien 2018" GRATIS zu sichern! ➜


17. Dezember 2007

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt