Mit Blick auf die Rendite: Wann lohnt sich die Investition in einen Altbau?

Der Immobilienmarkt bietet einem Investor ein breites Spektrum: Worauf Sie sich spezialisieren hat etwas mit den Bedingungen zu tun, unter denen Sie agieren. Und mit Ihren persönlichen Vorlieben. (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Investitionen zu tätigen bedeutet auch, sich für eine Option zu entscheiden. Das Angebot auf dem Markt ist wirklich vielfältig. Ein grundsätzliches Entscheidungskriterium ist das Alter einer Immobilie. Sind Sie eher ein Typ für Neubauten oder liegt Ihnen das Investieren in Altbestand? Beide Strategien bieten Vor- und Nachteile.

Folgekosten überschaubar halten

Wer in eine neue Immobilie investiert hat eine größere Sicherheit. Sanierungs-, Renovierungs- und Instandhaltungskosten werden mit aller Wahrscheinlichkeit zunächst einmal nicht anfallen. Das kann ein Vorteil sein, besonders bei Mehrfamilienhäusern mit Eigentumswohnungen. Sie können hier in aller Regel davon ausgehen, dass in absehbarer Zukunft keine größeren Summen zusätzlich investiert werden müssen.

Ebenfalls können Sie davon ausgehen, dass der Zeitaufwand, den Sie für das Management der Immobilie aufbringen müssen, weitaus geringer ist als bei einem Altbestand. Während im Altbau immer wieder Renovierungsarbeiten oder auch Neuberechnungen anstehen können, haben Sie bei einer Neubauwohnung kaum Arbeit.

Darüber hinaus können Sie damit rechnen, dass in einem Neubau regelmäßig feste Mieteinnahmen zu generieren sind, und das ohne großen Aufwand. Allerdings ist die Renditeerwartung bei Neubauten begrenzt. Mietsteigerungen sind nicht in dem Maße möglich, und zusätzlich haben Sie in der Regel im Vergleich zu einem Altbau auch schon einen deutlich höheren Kaufpreis gezahlt. Das bedeutet aber nicht, dass Sie durch die Vermietung eine höhere Miete erzielen könnten.

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Wenn Sie investieren möchten

Da bieten gebrauchte Immobilien einen größeren Entwicklungsspielraum. Sie können in sie investieren und so eine überproportionale Rendite erwirtschaften. Wenn Sie beispielsweise eine Eigentumswohnung mit Renovierungsbedarf kaufen, sie renovieren und für den Wiederverkauf vorbereiten, können Sie überschlagsmäßig mit einer Rendite von 20 Prozent auf das eingesetzte Kapital rechnen. Und das nur bei durchschnittlicher Renovierung: Oft bieten Altbauwohnungen ein gutes Potenzial für Optimierungen, mit denen Sie den Wiederverkaufspreis und damit auch die zu erwartenden Mieteinnahmen noch weiter steigern können.

Das funktioniert verlässlich nur mit gebrauchten Objekten, die einen entsprechenden Modernisierungsbedarf haben und die deshalb mit einem recht günstigen Kaufpreis gehandelt werden. Auch für denjenigen, der nicht sofort wieder verkaufen möchte, sondern mit der gebrauchten Immobilie in die Vermietung gehen möchte, kann die Investition in Altbestand Sinn machen, und zwar, wenn Zustand und Lage in eklatantem Missverhältnis stehen.

Wer hier einmal investiert kann mitunter sehr gute und langfristige Erfolge generieren, ohne dass weitere Folgekosten auflaufen.

Für sie gilt es zu entscheiden, wie stark Sie sich engagieren möchten und können. Beide Varianten bieten Vorteile, und die können Sie, liebe Leser, für sich nutzen – aber nur, wenn Sie sie kennen.


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Von: Thomas Knedel. Über den Autor

Immobilieninvestor, -manager, Buchautor sowie Initiator und Betreiber des Netzwerkes Immopreneur.de sagt über sich selbst: Immobilien haben mich schon immer fasziniert.