Mit dem blauen Riesen streichen Sie 4,2% Dividendenrendite ein

Europas größter Versicherer gehört zu den sieben deutschen Dividenden-Dauerzahlern, die seit mindestens 60 Jahre ununterbrochen Dividenden ausschüttern. (Foto: Birgit Reitz-Hofmann)

Europas größter Versicherer gehört zu den sieben deutschen Dividenden-Dauerzahlern, die seit mindestens 60 Jahre ununterbrochen Dividenden ausschüttern. Die Allianz ist wie kaum ein anderes Unternehmen, ein Symbol für Kontinuität und Krisenschutz.

Die Geldmaschine des Konzerns

Das Schaden- und Unfallgeschäft – mit führenden Positionen in Deutschland, Italien und Frankreich sowie einer starken Ausrichtung auf private Kunden ist unter normalen Umständen die Geldmaschine des Konzerns. Im Geschäftsjahr 2017 verzeichnete die Sparte allerdings einen Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um 7,5%.

Grund dafür sind vor allem höhere Schadenansprüche aus Naturkatastrophen im Jahr 2017 – dem kostspieligsten Naturkatastrophenjahr für die Versicherungsbranche. Daher stieg die Schaden-Kosten-Quote um 0,9 Prozentpunkte auf 95,2%. Trotz eines im Vergleich zum Vorjahr größeren Einflusses von Naturkatastrophen ist das immer noch ein sehr guter Wert. Diese Sparte bleibt auch zukünftig die wichtigste Ergebnissäule.

Die Preis- und Volumenentwicklung zeigt positiv nach oben. Risikoselektion und Kostendisziplin kommen zukünftig eine noch höhere Bedeutung zu, weil sich Preiserhöhungen immer schwieriger durchsetzen lassen und die Mitbewerber aggressiv auftreten.

Totgesagte leben am längsten

Wie heißt es doch so schön ist Volksmund: Totgesagte leben am längsten. Trotz eines extrem herausfordernden Umfelds konnte die Allianz im Leben- und Krankengeschäft mit einer soliden Entwicklung überzeugen und das operative Ergebnis steigern. Der Zuwachs kam vor allem aus den USA. Aber auch die Margenverbesserung im Neugeschäft ist auf den erfolgreichen Absatz in den USA zurückzuführen.

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Damit zeigt sich der Vorteil einer breiteren geographischen Diversifikation. In Deutschland versucht die Allianz mit neuen Produkten zu punkten. Immerhin fällt das Gros des Neugeschäfts bereits auf diese Produktinnovationen. Die Allianz ist reservestark und bietet immer noch überdurchschnittliche Überschussrenditen, was einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil darstellt. Die Gesellschaft hat ihre Ergebnisziele erreicht und ihre außerordentliche Kapitalstärke bewahrt. Die Solvency-II-Kapitalquote stieg auf 229% im Vergleich zu 218% zum Jahresende 2016.

Die Dividende wird erhöht

Die bisherige Leistung zeigt, dass der Konzern mit seiner Drei-Segmente-Strategie gut aufgestellt ist. Nachhaltigkeit und Kontinuität spiegeln sich auch in der Dividendenpolitik wider. Seit dem Jahr 2000 wurde die Dividende nur im Krisenjahr 2008 gekürzt, danach ging es wieder aufwärts.

Ganz wichtig: Die Allianz schüttet seit 1952 ununterbrochen Dividenden aus und gehört beim Dividendenwachstum der vergangenen 10 Jahre mit 200% zu den Spitzenreitern unter den Dax-Werten.

Für das Geschäftsjahr 2017 soll die Dividende von um 5,3% auf 8,00 € je Aktie angehoben werden, die voraussichtlich im Mai ausgezahlt wird. Damit beträgt die Dividendenrendite beim aktuellen Kurs attraktive 4,2%. Zudem hat die Allianz 2017 Aktienrückkäufe in Höhe von 3 Mrd. € abgeschlossen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.