Mit Kaffee der Krise trotzen?

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Wie kommt Starbucks durch die Krise? Zuletzt waren die Zahlen schwach, doch es gibt Hoffnung. (Foto: Grand Warszawski / shutterstock.com)

Einen schnellen Kaffee auf die Hand oder in einer kleinen Pause zwischen zwei Meetings ein kleiner süßer Snack auf die Hand? Was noch vor wenigen Monaten selbstverständlich war, ist heute zunehmend unüblich. Büroangestellte arbeiten oft von daheim und wer gerade keinen Mund-Nasen-Schutz zur Hand hat, kann sowieso keine Lokale betreten. Was das für die Kaffeehaus-Kette Starbucks bedeutet, erklären wir Ihnen in unserer Analyse.

Doch vorab ein paar Eckdaten zum Unternehmen. Starbucks betreibt weltweit 32.050 Coffee-Shops. Daneben verfügt die Kaffeehauskette über eigene Röstereien. Außer hochwertigen Kaffeespezialitäten verkauft das Unternehmen Komplementärprodukte wie Kaffeemaschinen und andere Accessoires. Der Vertrieb über Filialen wird ergänzt durch Joint Ventures, Verkäufe an Restaurantketten und durch den Versandhandel. In den USA werden rund 70% der Umsätze erzielt.

Schwache Entwicklung in China

Vor dem 11. März lagen die Same-Store-Sales bei Starbucks in den USA für das 1. Quartal bei +8%. In der letzten Märzwoche sank der Umsatz im Zusammenhang mit der Corona- Krise jedoch auf vergleichbaren Flächen um 60%. In den drei Monaten bis Ende März ging der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 10% zurück. Der Gewinn brach um gut 50% auf unterm Strich 328 Mio $ ein. Der Umsatz sank um 5% auf 6 Mrd $.

Während des Shutdowns waren 56% der eigenen Geschäfte und 45% der lizenzierten Geschäfte in den USA geschlossen. Die verbliebenen noch offenen Geschäfte waren Drive-Through-Shops oder Lizenz- Einheiten im Lebensmitteleinzelhandel. Im 2. Quartal wurden 255 neue Läden eröffnet. Insgesamt werden weltweit 32.050 Läden betrieben, davon 15.257 in den USA und 4.351 in China. Durch die große Präsenz in China, wo die Ausbreitung des Coronavirus begann, war Starbucks schon relativ früh von der Pandemie betroffen. Zunächst hieß es seitens des Unternehmens, dass sich das Geschäft wieder erholt hat, so wurde jetzt ein Rückgang der Verkäufe in China um 25 bis 35% für das laufende Quartal vorausgesagt.

Kaffee bleibt Dauerbrenner

Viele Kunden meiden die beliebten Treffpunkte vorerst noch, in denen bestimmte Sicherheitsanforderungen gelten. Wir gehen davon aus, dass die negativen finanziellen Auswirkungen im 3. Quartal deutlich größer sein werden als im 2. Quartal und sich bis in das 4. Quartal erstrecken werden. Wir glauben, dass diese Auswirkungen vorübergehender Natur sind und dass sich das Geschäft mit der Zeit vollständig erholen wird. Kaffee wird immer getrunken. Starbucks ist gut für die Krise aufgestellt!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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