Mit Leoni sind Sie immer auf Draht

Die deutschen Unternehmen sind größtenteils aktionärsfreundlich eingestellt. Nur 10% der in Dax, MDax, SDax und TexDax gelisteten Unternehmen haben seit 2004 kein einziges Mal eine Dividende gezahlt. Da kann man als Dividendenjäger fast nichts falsch machen. Besonders die im MDax vertretenen Unternehmen sind sehr zahlungsfreundlich. Da lohnt doch mal ein Blick in die zweite Reihe.

Ohne Kabel geht nichts

Der Kabelbaum eines modernen Fahrzeugs ist die zweitschwerste Komponente und gleichzeitig das teuerste Zulieferteil. Unternehmen wie der Kabelsystemhersteller Leoni stehen deshalb vor großen Herausforderungen, verdienen aber auch gut. So konnte Leoni sein Geschäftsvolumen im 2. Quartal 2013 um 4,5% steigern und erzielte damit erstmals in einem Quartal mehr als 1 Mrd. € Umsatz. Im 1. Halbjahr stieg der Umsatz um knapp 2% auf das Rekordniveau von 1,97 Mrd. €.

Hohe Nachfrage

Leoni profitierte in beiden Unternehmensbereichen von der anhaltend guten Nachfrage der Fahrzeugindustrie, die das konjunkturbedingt schwache Industriegeschäft ausglich. Dabei wuchs der Umsatz vor allem in den BRIC-Staaten, aber auch in Deutschland konnte Leoni zulegen. Im europäischen Ausland wurde ein Rückgang verbucht.

Vorleistungen belasten

Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich in den ersten sechs Monaten auf 77,8 Mio. € nach 145,5 Mio. € im Vorjahr, in dem positive Einmaleffekte in Höhe von 33,2 Mio. € verbucht worden waren. Im laufenden Jahr war das Ergebnis dagegen von umfangreichen Vorleistungen für neue Bordnetz-Aufträge, Produktmixverschiebungen bei Automobilkabeln sowie geringeren Umsätzen in den Industriebereichen beeinträchtigt. Hinzu kamen Kosten für konzernweite IT-Projekte, Restrukturierungsaufwendungen sowie negative Metallpreiseffekte.

Expansion

Leoni hat im chinesischen Langfang seine vierte Produktionsstätte für Bordnetzsysteme in China eingeweiht. Das Werk wird Pkws von Beijing Benz Automotive beliefern, dem Gemeinschafts-unternehmen der Daimler AG und ihrem chinesischen Partner BAIC. Leoni wird insgesamt 30 Mio. € in die neue Produktionsstätte investieren, die momentan in der Anlaufphase für das Mercedes C-Klasse-Projekt ist. In Zukunft wird das Unternehmen auch Bordnetz-Systeme für die Modelle GLA und GLK herstellen. Leoni will in vier Jahren den lokalen Umsatz mit Bordnetzen auf 400 Mio. € zu verdoppeln.

Nächste Wachstumsphase ist eingeläutet

Im bisherigen Jahresverlauf lagen das Geschäftsvolumen etwas über den Planungen und das Ergebnis insgesamt auf dem erwarteten Niveau. Vor diesem Hintergrund wurde das Umsatzziel für 2013 auf rund 3,8 Mrd. € etwas erhöht. Beim EBIT wird nach wie vor ein Wert von 170 Mio. € erwartet. Auch im 2. Halbjahr fallen hohe Anlaufkosten für Neuprojekte und Restrukturierungsaufwendungen an. Nach dem Übergangsjahr rechnet Leoni für 2014 mit der nächsten Wachstumsphase. Trotz Allzeithoch springt für Freunde der Dividende immer noch eine Rendite von 3% raus.

11. November 2013

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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