Mit Nahrungsmitteln auf der sicheren Seite

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Das Geschäftsmodell der Nahrungsmittelhersteller ist weitgehend unabhängig von konjunkturellen Zyklen, denn gegessen wird immer. (Foto: Ken Wolter / shutterstock.com)

Nicht nur in turbulenten Börsenzeiten sind Investitionen in Unternehmen mit einem geringen Risikoprofil eine gute Entscheidung.

Vor allem das Geschäftsmodell der Nahrungsmittel- und Getränkehersteller ist weitgehend unabhängig von konjunkturellen Zyklen. Zudem werden die Aktionäre oftmals mit üppigen Dividenden und Aktienrückkäufen am Erfolg beteiligt. Langfristig profitiert die Branche von der kontinuierlich steigenden Weltbevölkerung und den immer größer werdenden Mittelschichten in Schwellenländern wie China und Indien. Aber auch in den entwickelten Ländern besteht noch Wachstumspotenzial. Allerdings muss man bei den Einkaufs- und Essgewohnheiten differenzieren. Einerseits soll Essen gut schmecken und gesund sein, andererseits muss es schnell gehen.

Denn gerade die arbeitende Bevölkerung hat wenig Zeit zum Kochen. Entsprechend werden besonders von jüngeren Menschen im Wesentlichen Tiefkühlkost, Fertiggerichte und andere abgepackte Lebensmittel gekauft. Immer mehr Konsumenten sind aber auch bereit, viel Geld für biologisch erzeugte vegetarische und vegane Produkte auszugeben.

Tabakbranche weiterhin unter Druck

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Tabakwaren im Wert von 26,4 Mrd. € versteuert. Davon flossen 14,2 Mrd. € an die Finanzämter. Das sind 0,5% weniger als im Jahr zuvor. Verantwortlich war aber nur der Zigarettenabsatz, der um 1,9% auf 74 Mrd. Stück zurück ging. Der Absatz von Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak ist dagegen gestiegen. Insgesamt aber wird weniger geraucht. Seit 2003 ist der Anteil der Raucher bei den erwachsenen Männern von 39 auf 27% und bei den Frauen von 29 auf 21% gesunken. In den USA rauchen sogar nur noch 14% der erwachsenen Bevölkerung.

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Die Zigarette scheint tot – Tabakkonzerne aber noch lange nichtTabak-Aktien sollte man nicht abschreiben, auch wenn die USA den Nikotingehalt und somit die Zahl der Abhängigen auf Null reduzieren will. › mehr lesen

Jetzt droht auch der deutschen Tabakindustrie ein komplettes Werbeverbot, auch für E-Zigaretten. Denn Wissenschaftler stützen sich auf etliche Untersuchungen, die einen „Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Werbung für Tabakprodukte und dem späteren Initiieren des Rauchens“ belegen. Der Deutsche Zigarettenverband widerspricht dieser Annahme: Trotz stabiler Werbeausgaben der Tabakbranche sinke der Anteil der Raucher. Wie auch immer: Tabakkonzerne wie Altria und Philip Morris sehen jedenfalls das Ende der herkömmlichen Zigarette nahen und bauen ihr Geschäft durch Zukäufe und Beteiligungen an E-Zigaretten kontinuierlich aus.

Meine Favoriten

Einer meiner Favoriten bleibt Hormel Foods. Der Konzern profitiert nach wie vor von der starken Nachfrage nach Tiefkühlprodukten in den USA. Aber auch Emmi hat im vergangenen Jahr überzeugt. Die Konzentration auf Nischen wie Bioprodukte und Ziegenmilch zahlt sich immer mehr aus. Ähnliches gilt für Nestlé.

Die Jahreszahlen haben gezeigt: Die neue Strategie mit Fokus auf Gesundheitsprodukte ist der richtige Weg zu alter Stärke. Neu unter meiner Beobachtung ist die norwegische Mowi. Die früher unter dem Namen Marine Harvest bekannte weltweite Nummer 1 unter den Lachszüchtern wächst kontinuierlich und erzielt zweistellige Margen. Der Trend zu mehr Fisch sollte auch in den kommenden Jahren für profitables Wachstum sorgen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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