Mit Nahrungsmitteln durch Krisenzeiten

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Gegessen wir immer, auch in Corona-Zeiten. Viele der Nahrungsmittelkonzerne können von der Pandemie sogar profitieren. (Foto: Ken Wolter / shutterstock.com)

Gegessen wird immer, auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Im 1. Quartal profitierten die Nahrungsmittelkonzerne noch von Hamsterkäufen in den Supermärkten. Gefragt waren vor allem abgepackte Grundnahrungsmittel für den heimischen Verzehr, die vielseitig einsetzbar und lange haltbar sind. Allmählich normalisiert sich die Lage, und die Konsumenten greifen wieder zu frischen und gesünderen und regional hergestellten Produkten.

Eine Investition in Nahrungsmittelkonzerne mit einer attraktiven Produktpalette und einem geringen Risikoprofil ist aber nicht nur in turbulenten Zeiten eine gute Entscheidung. Langfristig profitiert die Branche von der kontinuierlich steigenden Weltbevölkerung und den immer größer werdenden Mittelschichten in den Schwellenländern.

Aber auch in den entwickelten Ländern besteht noch Wachstumspotenzial. Allerdings muss bei den Einkaufsund Essgewohnheiten differenziert werden. Einerseits muss Essen gut schmecken und gesund sein, andererseits muss es schnell gehen. Gerade von jüngeren Menschen werden gerne Tiefkühlkost, Fertiggerichte und andere abgepackte Lebensmittel gekauft. Immer mehr Konsumenten sind aber auch bereit, viel Geld für biologisch erzeugte, vegetarische und vegane Produkte auszugeben.

Zucker- und Kakaopreise unter Druck

Die OECD rechnet im laufenden Jahrzehnt mit einem jährlichen Wachstum des weltweiten Zuckerverbrauchs von 1,6%. Verantwortlich für das Wachstum sind im Wesentlichen die Schwellenländer. Triebkräfte sind steigende Einkommen und das kontinuierlich steigende Bevölkerungswachstum. Anders dagegen die Situation in vielen Industrieländern, aber auch in Malaysia und Mexiko, wo bereits Sondersteuern auf zuckerhaltige Getränke erhoben werden, um Diabetes und Herzkrankheiten zu bekämpfen.

Trotz der insgesamt immer noch hohen Nachfrage bei gleichzeitig geringerem Angebot wegen witterungsbedingt schlechter Ernten in Indien und Thailand sollte der Zuckerpreis eigentlich steigen. Allerdings stehen dem Angebotsdefizit hohe Lagerbestände gegenüber, die vor allem in Indien mit staatlichen Subventionen abgebaut werden. Der Preis bleibt daher auf niedrigem Niveau.

Für Produzenten wie Südzucker ist daher noch keine nachhaltige Trendwende in Sicht. Auch der Kakaopreis steht unter Druck. Der Preisverfall seit Februar dürfte aber vorübergehender Natur sein. Denn Branchenexperten rechnen im laufenden Jahr mit einem witterungsbedingten Angebotsdefizit von 85.000 t. Da auch die Lagerbestände sinken und China und die Elfenbeinküste eine neue Steuer eingeführt haben, wird sich Schokolade verteuern. Allerdings können Lindt & Sprüngli, Barry Callebaut und Hershey die Kostensteigerungen teilweise durch Kostenoptimierung kompensieren und teilweise an die Kunden weitergeben.

Meine Favoriten

Langfristig interessant bleiben Nestlé, Emmi und Hormel Foods. Aber auch Campbell Soup kehrt nach der Portfoliobereinigung in die Erfolgsspur zurück. Auch General Mills kann man als einen Profiteur der Corona-Krise ansehen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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