Mit Sportartikel durch die Corona-Krise

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Trotz der Corona-Krise konnten Nike und Foot Locker ihr Geschäft weiter ausbauen und so der Krise trotzen. (Foto: pio3 / Shutterstock.com)

Sportartikel sind immer noch begehrt, trotz Corona. Wenn der Mannschaftssport ausfällt und Fans nicht mehr ins Stadion dürfen, sinkt zwar der Absatz von Trikots und Fanartikeln. Dafür werden deutlich mehr Laufschuhe und Shirts verkauft.

Von all dem profitieren die Hersteller. Das Virus hat in den Lockdown-Zeiten zwar Dellen in den Bilanzen der Sportartikelhersteller hinterlassen, langfristig aber ist die Trikot- und Turnschuhindustrie eine krisenfeste Wachstumsbranche. Am besten zeigt dies die Entwicklung des Branchenführers Nike.

Bei Nike laufen die Geschäfte auch in Corona-Zeiten

Im 2. Quartal legte der Umsatz um 9% auf 11,2 Mrd. $ zu. Der Gewinn kletterte um11% auf 1,25 Mrd. $. Nike ist in allen wichtigen Bereichen und Regionen gewachsen, im Boom-Markt China zuletzt um 24% und im Onlinehandel sogar um 84%. Der Abstand zum ersten Verfolger adidas dürfte weiter wachsen, zumal der deutsche Rivale seine Tochter Reebok verkaufen und damit Umsatz verlieren wird. 2021 könnten Nachholeffekte das Wachstum von Nike beflügeln, wenn die verschobene Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele in Tokio nachgeholt werden; idealerweise mit Publikum.

Sollte dann auch noch der Mannschaftssport auf die Fußballplätze und in die Turnhallen zurückkehren, könnte das Nike weiter Auftrieb geben. Nikes Höhenflug wurde nur kurz gestoppt. Der Aktienkurs hat sich gut entwickelt und gehörte 2020 zu den Topgewinnern im Dow Jones. Der Konzern bleibt dank starker Marke und Marktmacht ein klarer Gewinner des Gesundheitstrends.

Unternehmensporträt

Nike ist das größte Sportartikelunternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung ist fünfmal so hoch wie beim schärfsten Konkurrenten adidas. Die Gesellschaft lässt ihre Produkte – darunter zunehmend Bekleidung, Artikel und Zubehör für Sport und Freizeit – von vielen hundert Vertragspartnern in Billiglohnländern herstellen. Das Unternehmen wurde 1962 gegründet und 1972 nach der griechischen Göttin des Sieges benannt.

Trotz widriger Rahmenbedingungen hat Foot Locker seinen Umsatz im 3. Quartal mit kräftigen Zuwächsen beim Umsatz und Ergebnis abgeschlossen

Im Ende Oktober abgeschlossenen Quartal belief sich der Umsatz auf 2,11 Mrd. $ und übertraf das entsprechende Vorjahresniveau um 9%. Auf vergleichbarer Fläche stieg der Umsatz nur um 7,7%, obwohl das Filialnetz in den vergangenen Monaten verkleinert worden war. Die Bruttomarge sank gegenüber dem Vorjahresquartal, gleichzeitig konnten aber die Betriebskosten gesenkt werden.

So stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 8,5% auf 178 Mio. $. Der Gewinn hat sich auf 265 Mio. $ mehr als verdoppelt. Das lag jedoch im Wesentlichen an der Neubewertung einer Unternehmensbeteiligung, die einen positiven Einmaleffekt in Höhe von 140 Mio. $ nach Steuern zur Folge hatte. Bereinigt um alle Sonderfaktoren stieg der Quartalsüberschuss um 4,9% auf 128 Mio. $.

Foot Locker hat eine Strukturreform eingeleitet und neue Chefs für die wichtigen Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik ernannt

Zudem wurde Andy Gray auf die neu geschaffene Position des Executive Vice President und Chief Commercial Officer befördert. In seiner neuen Funktion soll er das Kundenerlebnis überall auf der Welt verbessern und damit die Strategie vorantreiben, die eine stärkere Orientierung an den Konsumentenbedürfnissen vorsieht. Aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung der Pandemie, verzichtet Foot Locker weiterhin auf Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr.

Unternehmensporträt

Foot Locker ist eines der größten Einzelhandelsunternehmen in Nordamerika. International ist der Konzern mit 3.113 Spezialgeschäften (Sportbekleidung, -schuhe und -ausrüstung) in 27 Ländern vertreten. Hinzu kommt der direkte Verkauf über Kataloge und das Internet (footlocker.com/Eastbay). footlocker.com managt außerdem den Shop- und Katalogverkauf der National Football League (NFL).

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Nike: Aktie des Sportriesen setzt nach starken Zahlen Höhenflug fortNike: Aktie des Sportkonzerns spurtet nach starken Zahlen auf neues Rekordhoch. Online-Geschäft und Nachfrage in Asien sorgen für kräftigen Rückenwind. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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