Mit starken Nerven hätten 4.200% drin gelegen

Bis zum Platzen der Internet-Blase Anfang 2001 waren Medien-Aktien bei den Anlegern sehr beliebt. Doch aus Lust wurde Frust; viele dieser Unternehmen verschwanden vom Kurszettel.

Doch es hat sich etwas getan: ProSiebenSat.1 Media lockt seit 2010 wieder mit soliden Geschäftszahlen und üppiger Dividende und wurde am 21. März in den DAX aufgenommen.

Damit ist das ProSiebenSat.1 der erste Medien-Konzern im DAX – und ein Top-Dividenden-Zahler.

Nur was für starke Nerven

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen Aktionäre von Medien-Konzernen ganz besonders starke Nerven.

Brechen nämlich die Werbe-Einnahmen als wichtiger Umsatz-Bringer weg, geraten die Unternehmen in Schwierigkeiten und ihre Aktienkurse ins Straucheln.

Besonders schlimm hat es in der Wirtschafts- und Finanzkrise ProSiebenSat.1 Media getroffen: Stand der Aktienkurs im Juli 2007 bei rund 30 €, fiel er innerhalb von 1½ Jahren um 97% auf 90 Cent, was einem Totalverlust gleichkommt.

Wer die Nerven hatte und das bis heute durchstand, wurde mit einem Kursanstieg von über 4.200% und mehr als satten Dividenden belohnt. Hätte, hätte…

Starkes Programm-Portfolio..

Der Geschäfts-Erfolg der Gruppe basiert hauptsächlich auf dem ausgezeichneten Programm-Portfolio. Zu den Lieferanten zählen auch die großen Produktions-Studios in den USA.

ProSiebenSat.1 Media hat nach eigenen Angaben Verträge mit fast allen US-Majors und ist einer der wichtigsten Geschäfts-Partner der Hollywood-Studios in Europa.

Im Juni 2003 hatte die Gruppe zudem mit dem Insolvenz-Verwalter von Kirch Media einen langfristigen Abnahme-Vertrag mit 10-jähriger Laufzeit über mehr als 2.000 hochwertige Spielfilme und rund 120 Serien aus Europas größter Programm-Bibliothek abschließen können.

…lässt die Kasse klingeln

Nicht nur die Höhe der Dividende ist ein wichtiges Kriterium für eine Anlage-Entscheidung, sondern auch fundamentale Kennziffern eines Unternehmens gehören dazu.

Aber ProSiebenSat.1 ist weiter auf Erfolgskurs und hat den Umsatz im 1. Halbjahr um 18% auf 1,7 Mrd. € gesteigert.

Der Umsatz-Anteil des klassischen Fernseh-Geschäfts sank von 70% auf 61%. Der Rückgang ist auf das starke Wachstum der anderen Segmente zurückzuführen.

Das Geschäft mit Fernseh-Werbung wird durch die zunehmende Konkurrenz des Internets seit Langem als Auslaufmodell angesehen.

Pro7Sat.1 schaffte es dennoch, den Umsatz in diesem Bereich um 3% zu steigern: In normalen Monaten schalten knapp 30% der Deutschen die Sender der Mediengruppe ein. Damit ist Pro7Sat.1 Marktführer im Werbemarkt.

Unternehmens-Profil

ProSiebenSat.1 Media ist nach eigenen Angaben zufolge die stärkste Sender-Familie im deutschen Fernsehmarkt. Das Geschäft ist wie allerdings stark abhängig vom Werbemarkt.

Doch in der Beliebtheits-Skala der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer rangiert ProSieben seit Jahren in der Spitze.

Zur Sender-Familie der ProSiebenSat.1 Media gehören in Deutschland:

  • Sat.1,
  • ProSieben,
  • kabel eins
  • und seit Mai 2010 der Frauensender sixx

sowie weitere internationale Beteiligungen, mit denen die Gruppe in 10 europäischen Ländern über 62 Mio. Haushalte erreicht und Europas zweitgrößter Sender ist.

Das Unternehmen ist seit 2012 in die folgenden 4 Geschäftsbereiche unterteilt:

  1. Broadcasting German-Speaking,
  2. Broadcasting International,
  3. Digital & Adjacent
  4. und Content Production & Global Sales.

5. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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