Mit starken Nerven hätten 4.700% drin gelegen

Bis zum Platzen der Internetblase Anfang 2001 waren Medienaktien bei den Anlegern sehr beliebt. Doch aus Lust wurde Frust. Viele dieser Unternehmen verschwanden vom Kurszettel oder fristen ein Schattendasein.

Doch es hat sich etwas getan. ProSiebenSat.1 Media lockt seit 2010 wieder mit soliden Geschäftszahlen und üppiger Dividende. Im MDAX gehört ProSiebenSat.1 Media Platz zu Top 5 unter den Dividendenzahlern.

Nur was für starke Nerven

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen Aktionäre von Medienkonzernen ganz besonders starke Nerven. Brechen nämlich die Werbeeinnahmen als wichtiger Umsatzbringer weg, geraten die Unternehmen in Schwierigkeiten und ihre Aktienkurse ins Straucheln.

Besonders schlimm hat es in der Wirtschafts- und Finanzkrise ProSiebenSat.1 Media getroffen. Stand der Aktienkurs im Juli 2007 bei rund 30 €, fiel er innerhalb von 1½ Jahren um 97% auf 90 Cent, was einem Totalverlust gleichkommt.

Wer die Nerven hatte und das bis heute durchstand, wurde mit einem Kursanstieg von über 4.700% und mehr als satten Dividenden belohnt. Hätte, hätte…

Starkes Programm-Portfolio..

Der Geschäftserfolg der Gruppe basiert hauptsächlich auf dem ausgezeichneten Programm-Portfolio. Zu den Lieferanten zählen auch die großen Produktionsstudios in den USA.

ProSiebenSat.1 Media hat nach eigenen Angaben Verträge mit fast allen US-Majors und ist einer der wichtigsten Geschäftspartner der Hollywood-Studios in Europa.

Im Juni 2003 hatte die Gruppe zudem mit dem Insolvenzverwalter von Kirch Media einen langfristigen Abnahmevertrag mit zehnjähriger Laufzeit über mehr als 2.000 hochwertige Spielfilme und rund 120 Serien aus Europas größter Programmbibliothek abschließen können.

…lässt die Kasse klingeln

Nicht nur die Höhe der Dividende ist ein wichtiges Kriterium für eine Anlageentscheidung, sondern auch fundamentale Kennziffern eines Unternehmens gehören dazu. Aber ProSiebenSat.1 ist weiter auf Erfolgskurs.

Der Konzern steigerte seinen Umsatz im 2. Quartal 2015 um 11,8% auf 772,5 Mio. €. Entsprechend dynamisch stieg das operative Ergebnis um 8,4% auf 237,6 Mio. €. Unterm Strich stieg der bereinigte Konzernüberschuss um 9,3% auf 118,2 Mio. €.

Zudem erzielte der Konzern weitere Fortschritte bei der Umsetzung seiner Diversifizierungsstrategie: Im 2. Quartal generierte ProSiebenSat.1 bereits 36,2% seines Umsatzes außerhalb des TV-Werbegeschäfts (Vorjahr: 30,5%).

Unternehmensprofil

ProSiebenSat.1 Media ist nach eigenen Angaben zufolge die stärkste Senderfamilie im deutschen Fernsehmarkt. Das Geschäft ist wie allerdings stark abhängig vom Werbemarkt.

Doch in der Beliebtheits-Skala der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer rangiert ProSieben seit Jahren in der Spitze.

Zur Senderfamilie der ProSiebenSat.1 Media gehören in Deutschland Sat.1, ProSieben, kabel eins und seit Mai 2010 der Frauensender sixx sowie weitere internationale Beteiligungen, mit denen die Gruppe in 10 europäischen Ländern über 62 Mio. Haushalte erreicht und Europas zweitgrößter Sender ist.

Das Unternehmen ist seit 2012 in die 4 Geschäftsbereiche Broadcasting German-Speaking, Broadcasting International, Digital & Adjacent und Content Production & Global Sales unterteilt.

24. August 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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