Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Mit wenigen Klicks zum Traumjob?

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Portale wie Monster gehören für viele Nutzer zum Web 1.0. Tatsächlich ist die Konkurrenz im Bereich der Jobportale groß. Monster Worldwide muss kämpfen. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wann hat bei Ihnen zuletzt ein Headhunter angerufen?

Dass private Vermittler von Arbeitskräften aggressiv auf die Suche gehen und mitunter sehr direkte Fragen stellen, ist für viele qualifizierte Arbeitnehmer inzwischen üblich geworden.

Doch auch die Arbeitnehmer selbst machen sich häufiger auf die Suche.

Viele wechseln die Jobs alle paar Jahre und orientieren sich mehr am eigenen Karriereplan denn an dem, was der Konzern vorgesehen hat.

Plattformen wie Monster oder auch Xing und LinkedIn spielen dabei eine immer größere Rolle.

Monster Worldwide ist ein weltweit führender Personalvermittler. Der Konzern betreibt unter Monster.com das weltweit größte Karriere-Netzwerk-Portal im Internet, auf dem Stellenanzeigen platziert werden können.

Zudem ist Monster die weltweit führende Werbe-Agentur für die Mitarbeiter-Anwerbung. Das Unternehmen bezieht für seine Dienste Gebühren und Werbe-Einnahmen. Niederlassungen gibt es in Nordamerika, Asien und Europa.

Die Konkurrenz hängt Monster immer mehr ab

In den ersten 9 Monaten meldete Monster einen Umsatz von 508 Mio. $. Im Vorjahr hatte das Unternehmen im selben Zeitraum noch 550 Mio. $ umgesetzt.

Bei konstanten Wechselkursen bedeutet dies einen Rückgang um 3%, bei aktuellen Wechselkursen um 8%. Der Reingewinn lag in den ersten 9 Monaten bei 15 Mio. $, bzw. 0,16$ je Aktie.

Im Vorjahr stand ein Verlust von 3 Mio. $ zu Buche. Im 4. Quartal erwartet Monster einen nicht-GAAP-konformen Gewinn von 0,10 bis 0,14$ je Aktie.

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Zeitgleich mit den Zahlen hat Monster ein Aktienrückkauf-Programm im Umfang von 75 Mio. $ für 2 Jahre angekündigt.

Das Internet-Geschäft birgt hohe Risiken und einen enormen Konkurrenz-Druck. Online-Jobbörsen gibt es wie Sand am Meer. Manche sind spezialisierter als andere, doch im Ergebnis sind alle gleich.

Auf diesem homogenen Markt ist es sehr schwierig, sein Marken-Image zu erhalten und Wettbewerbs-Vorteile zu erarbeiten.

Monster hat sich auf seine gute Datenbank-Technik konzentriert. Bislang blieb dies aber ohne nennenswerten Erfolg.

Problematisch sind v. a. die professionellen Job-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Diese sind im Vergleich zu Monster viel kostengünstiger und teilweise sogar kostenlos.

Wenig Hoffnung für Monster

Allerdings müssen die Nutzer, Personaler und Headhunter dort selbst aktiv werden und sich ein eigenes Netzwerk aufbauen.

Große Unternehmen haben aber das Potenzial dieser Netzwerke längst erkannt, und sehen immer stärker davon ab, sich auf klassische Online-Jobbörsen zu verlassen.

Für Monster ist diese Entwicklung sehr gefährlich. Das operative Geschäft droht zu erodieren.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir trotz des Aktienrückkauf-Programms eine weit unterdurchschnittliche Kursentwicklung.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.