Mittelfristig rechnet OHB mit deutlichem Wachstum

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Der Weltraumkonzern OHB weist die Anleger auf rückläufige Ergebnisse hin. Mittelfristig rechnet man jedoch mit einem deutlichen Wachstum. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Ende der vergangenen Woche hat der Raumfahrtkonzern OHB sein Anleger auf einen Rückgang des Betriebsergebnisses eingestimmt. Auf Konzernebene soll in diesem Jahr bei einem Auftragseingang von rund 2 Milliarden Euro und einer Gesamtleistung von 1,1 Milliarden Euro ein Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 44 Millionen Euro erwirtschaftet werde. Der vergleichbare Vorjahreswert lag noch bei etwa 50 Millionen Euro.

Kapitalmarkttag in Bremen

Ursächlich hierfür sind rückläufige Bestellzahlen im Raketenprogramm Ariane 5 und veränderte Marktaussichten im Nachfolgeprogramm Ariane 6. Hier ist das in Bremen ansässige Technologieunternehmen einer der wesentlichen Lieferanten.

Gleichzeitig hat der im Prime Standard notierte Wert auf dem Kapitalmarkttag 2020 den rund 60 Teilnehmern die Unternehmensstrategie “Shaping the Future” für die Zeit bis zum Geschäftsjahr 2025 und die damit verbundenen Wachstumsperspektiven vorgestellt. Diese sieht einen Anstieg der Gesamtleistung auf 1,5 Milliarden Euro und EBIT-Margen von 8 % vor. Zur Erreichung dieser ambitionierten Ziele soll ein dritter Geschäftsbereich namens OHB Digital etabliert werden.

Neuer Bereich mit ambitionierten Zielen

In diesem Bereich sollen neben bestehenden Unternehmen wie beispielsweise OHB Digital Solutions, OHB Digital Services und OHB Infosys auch die Aktivitäten der OHB Satellitenbetrieb, der Bereiche Satellitenbodensysteme und Airborne + Ground Solutions sowie der MT Mechatronics zusammengefasst werden.

Damit basiert die zukünftige Strategie des einzigen nennenswerten deutschen Anbieters „raumfahrtbasierter Lösungen“ – so OHB in eigenen Worten – auf drei Säulen: dem Ausbau des Geschäfts mit Satellitensystemen in bestehenden und neuen Marktsegmenten, der Entwicklung zu einem Anbieter für „Launcher“ und dem erheblichen Ausbau des Angebots an Informationen und Anwendungen, die auf raumfahrtbasierten Daten basieren.

Vorsichtige Ziele für das laufende Jahr

Bevor es soweit ist, interessieren Sie als potenziellen Anleger aber vor allem die kurzfristigen Ziele, nämlich die für dieses Jahr. Hier rechnet der OHB-Vorstand mit Auftragseingängen von rund EUR 2 Milliarden, vor allem aus den Bereichen Erdbeobachtung, Navigation und Space Safety. Die Gesamtleistung soll bei 1,1 Milliarden Euro liegen, das EBITDA bei 80 und das EBIT bei 44 Millionen Euro.

Günstig ist die OHB-Aktie damit nicht. Nach der Kursrally des letzten Jahres wird das Wertpapier derzeit mit den 19-fachen Gewinnerwartungen des Jahres 2021e gehandelt. In diesen ist jedoch noch ein deutlicher Ergebnisanstieg verarbeitet. Nach Einarbeitung der neuen Management-Guidance in die Analystenschätzungen dürfte das KGV weiter deutlich ansteigen. Ein Engagement bietet sich damit allenfalls sehr langfristig orientierten Anlegern an.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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