Mittelständler BHS Tabletop mit neuer Eigentümer-Struktur

Der (zu Unrecht) wenig bekannte deutsche Mittelständler BHS Tabletop hat eine neue Eigentümer-Struktur:

Der im oberfränkischen Selb ansässige Weltmarktführer für Porzellan in Hotels und Gastronomie gehört nun mehrheitlich der Augsburger Haindl-Familie.

Die Serafin-Gruppe der Familie Haindl einigte sich mit den bisherigen 3 Großaktionären von BHS – Deutsche Bank, Munich Re und WMF – auf einen Verkauf.

Zusammen hielten die 3 bisherigen Großaktionäre von BHS Tabletop rund 83% der Anteile an dem Augsburger Porzellan-Hersteller.

Nachdem die 3 Großaktionäre bereits vor 11 Monaten angekündigt hatten einen Verkauf ihrer Anteile zu prüfen, konnte also jetzt Vollzug gemeldet werden.

Die Haindl-Familie hält gemäß einer gestern veröffentlichten Pflichtmitteilung inzwischen schon knapp über 93% der Anteile an BHS.

Den übrigen Aktionären von BHS soll in den nächsten 4 Wochen ein Übernahme-Angebot in Höhe von 14,20 € je Aktie unterbreitet werden.

Was die Haindl-Familie für die von den 3 bisherigen Großaktionären erworbenen Anteile zahlt, wird verschwiegen.

Ebenso wenig ist bis dato bekannt, ob ein Delisting (also ein Börsen-Rückzug) geplant ist.

Weitere Informationen zu BHS Tabletop

Das 1998 gegründete Unternehmen BHS Tabletop ist Weltmarktführer für Porzellan in Hotels und in der Gastronomie.

BHS produziert ausschließlich in Deutschland und führt Marken wie Bauscher, Tafelstern und Schönwald in seinem Sortiment.

Im vergangenen Jahr erzielte BHS einen Umsatz von 121 Mio. €, was einem Plus von 6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. 57% der Umsätze wurden im Ausland erzielt.

Der operative Gewinn (EBIT) belief sich auf 5,8 Mio. € und der Nettogewinn erreichte einen Wert von 3,6 Mio. €.

Der neue Eigentümer Serafin will sich, so heißt es, langfristig bei BHS Tabletop engagieren.

Der Grund: Es wird weiteres Wachstums-Potenzial und solches für eine höhere Profitabilität gesehen.

Was Sie über den Käufer Serafin wissen sollten

Serafin wurde 2010 gegründet.

Die Augsburger Haindl-Familie hatte 2001 ihren Papierkonzern an UPM- Kymmene nach Finnland verkauft und dabei einen üppigen Erlös erzielt.

Dieser Erlös lieferte die Grundlage für die Serafin-Gruppe.

Diese hat nach eigenen Angaben bis dato 8 Unternehmen mit einem Jahres-Umsatz von rund 0,5 Mrd. € in ihrem Portfolio.

Die 8 Firmen beschäftigen rund 2.900 Mitarbeiter. Bei den bisherigen Beteiligungen handelt es sich im Mittelständler und um ausgegliederte Anteile größerer Konzerne.

Die Beteiligungs-Unternehmen gliedern sich in insgesamt 7 Bereiche. Diese reichen von technischen Textilien und Werkzeugen hin zu Lebensmitteln, Verpackungen und Kerzen.

Ziel der Serafin-Gruppe ist es, ein Beteiligungs-Portfolio mit einem Umsatz-Volumen von insgesamt 1 Mrd. € zu formen.

Meine Einschätzung zu BHS Tabletop

Aus meiner Sicht ist das Übernahme-Angebot von 14,20 € für die verbliebenen BHS-Aktien nicht angemessen.

Sie als Anleger können daher auf eine Nachbesserung des Angebots bzw. auf einen höheren Preis im Zuge eines möglichen Squeeze-Outs setzen.

Allerdings ist dieses Vorgehen nicht frei von Risiken…

29. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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