Mittelstandsanleihen: Eigene Börsensegmente immer beliebter

Nachdem die Mittelstandsanleihen im Moment im Fokus von Investoren und Emittenten stehen, haben fast alle Deutschen Börsen nach dem großen Erfolg von BondM, der Anleihenplattform der Börse Stuttgart, eigene Anleihensegmente eingeführt.

Boom bei Börsensegmenten

Grundsätzlich müssen die Emittenten ihre Anleihe nicht zwingend an der Börse einführen, jedoch ist die Zulassung der Anleihen im Freiverkehr sehr verbreitet.

Neben der Börse Stuttgart bietet auch die Deutsche Börse im Entry Standard, die Börse Düsseldorf mit dem mittelstandmarkt, die Börse München mit m:access bonds sowie die Börsen Hamburg und Hannover mit der Mittelstandsbörse eigene Börsensegmente an.

Factssheets als Voraussetzung

Bei einer Börseneinführung müssen die Unternehmen zunächst eine Reihe von Erfordernissen erfüllen. Je nach Börse muss ein Factsheets, Wertpapierprospekt und ein Rating vorgelegt werden, was die Transparenz fördert und so natürlich auch den Investoren zugute kommt.

Mit Ausnahme der Börse München, die kein Factsheet voraussetzt und der Börsen Hamburg/Hannover, die auf das Rating verzichtet, sind diese Erfordernisse bei allen Börsen die gleichen.

Des Weiteren gibt es auch Unterschiede bei den geforderten Emissionsvolumen. So liegt das Mindestvolumen in Stuttgart und München bei 25 Mio. Euro und in Düsseldorf bei 10 Mio. Euro. Frankfurt und Hamburg/Hannover verzichten auf ein Mindestvolumen.

Die Stückelung der Anleihen darf an allen Börsen außer Hamburg/Hannover maximal 1.000 Euro betragen. Die Emission einer Anleihe und auch die Zeit danach muss grundsätzlich von Kapitalmarktexperten begleitet werden. In der Regel werden Banken, IR-Agenturen oder Rechtsanwälte beauftragt.

Transparenz erforderlich

Um die Transparenz auch nach der Einführung der Anleihe zu gewährleisten, werden verschiedene Folgepflichten von den Börsen vorgeschrieben. Die Folgepflichten dienen vor auch den Anlegern. Alle Börsen außer Hamburg/Hannover verlangen Folgeratings von den Emittenten.

In Anlehnung an die Ad-hoc-Pflicht des regulierten Marktes gilt für die Emittenten eine Quasi-Ad-hoc-Pflicht, wonach sie wichtige Informationen veröffentlichen müssen. Zuletzt müssen je nach Börse Jahresabschlüsse und Halbjahresabschlüsse veröffentlicht werden.

In der folgenden Übersicht finden Sie die Folgepflichten, welche die Emittenten von Mittelstandanleihen nachkommen müssen.

Hintergrund: Mittelstandsanleihen mit klarer Rendite – und Börsenhandel

Der Mittelstand in Deutschland hat sich aufgemacht. Er versucht die Abhängigkeit von Banken zu reduzieren. Daran können Sie teilhaben.

Er begibt immer mehr Anleihen. Das neue Segment „Bond M“ an der Stuttgarter Börse meldet immer höheres Volumen.

Mindestanlage ist niedrig

Um die Anleihen zu platzieren, sind die Mindestanlagesätze teils deutlich geringer als sonst üblich: 1.000 Euro. Bond M wacht zudem über die Transparenz.

Andere Börsen ziehen hinterher und gründen ebenfalls kleine Märkte. Denn: Stuttgart hat bereits Anleihewerte von 780 Millionen Euro gelistet.

Das Rating der Anleihen spiegelt die neuen Verhältnisse noch nicht wider. Die Börsen sorgen für mehr Transparenz, die Anleihen aber haben ein Rating von etwa „BBB“, knapp noch geeignet auch für institutionelle Investoren.

Unter den Anleihen finden sich attraktive Werte, etwa KTG Agrar. Die Adresse der Börse: https://www.boerse-stuttgart.de/de/handelssegmenteundhandelsinitiativen/bondm/uebersicht.html.

Wenige, aber hoch lukrative Anleihen empfiehlt auch der „Neue Deutsche Geldanlagebrief“.

31. März 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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