Mobiles Bezahlen wird zum Trend

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Nachdem Kreditkarten wie selbstverständlich zu unserem Leben gehören bahnt sich ein neuer Trend an: mobiles Bezahlen. (Foto: obs/Wirecard AG/Paul Blind)

Innovative Finanzdienstleister revolutionieren unser Leben.

In kaum einer anderen Branche steckt derzeit so viel Fantasie. Während die Kreditkarte schon lange wie selbstverständlich zu unserem Leben gehört und das Bargeld langsam aber sicher immer weiter zurückdrängt, bahnt sich mit dem mobilen Bezahlen der nächste Trend an. Zukünftig kann vielerorts direkt mit dem Handy bezahlt werden. Die neue Technologie nutzen nicht nur etablierte Finanzkonzerne. Auch neue Akteure sind am Markt aktiv.

So führt Apple seinen Bezahldienst ApplePay noch in diesem Jahr in Deutschland ein. In den USA und vielen anderen Ländern ist die Markteinführung bereits mit großem Erfolg geglückt. Für die etablierten Finanzdienstleister ergeben sich daraus gleichermaßen Gefahren und Chancen.

Neue Marktteilnehmer stehen in direkter Konkurrenz zu den etablierten Angeboten. Andererseits bieten sich vielfältige Chancen für neue Kooperationen zur Gewinnung neuer Kundenschichten. Wer die Gewinner und Verlierer der neuen Zahlungsmethoden sind, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Sicher scheint nur, dass Bargeld in vielen Bereichen des Lebens weiter verdrängt wird.

Die etablierten Zahlungsdienstleister können sich vor allem durch ihre gute Reputation von Branchenneulingen abgrenzen. Denn Vertrauen ist bei Zahlungsvorgängen immer noch die wichtigste Währung. Dieses Vertrauen setzt GAM aufs Spiel. Die Suspendierung eines Fondsmanagers wegen Unregelmäßigkeiten bei der Risikovorsorge und die Schließung von neun Fonds erschüttern den Schweizer Vermögensverwalter.

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Banken übertreffen die Erwartungen

Die großen Investmentbanken sind zurück. Morgan Stanley und Goldman Sachs übertrafen die Erwartungen und stehen so gut da wie lange nicht mehr. Dazu trägt unter anderem die gute konjunkturelle Lage in den USA bei. Die Aktienmärkte entwickeln sich sehr dynamisch, was den großen Investmentbanken zugutekommt. Zudem befeuert das billige Geld große Übernahmen und Fusionen. Viele erfolgreiche Unternehmen sitzen auf gigantischen Geldbergen. Die wieder anziehende Inflation droht diese unproduktiven Gelder zu entwerten. Deshalb ist 2018 bisher eines der erfolgreichsten Jahre für die M&A-Branche.

Die Investmentbanken schließen reihenweise gut dotierte Beraterverträge ab und verdienen prächtig an diesem Trend. Über Gewinnsprünge können sich insbesondere die Aktionäre von US-Unternehmen freuen. Die Steuerreform von Donald Trump führt zu einer drastisch sinkenden Abgabelast. Es bleibt mehr Geld für die Aktionäre übrig. So sank beispielsweise die Steuerquote bei Morgan Stanley von 30,5 auf 20,7%. MasterCard konnte die Steuerlast von 27,3 auf 17,8% reduzieren.

Handelskrieg macht die Märkte volatiler

Für viele Anleger ist es ein Ärgernis, doch für die Börsenbetreiber erweist sich der aufziehende Handelskrieg zwischen den drei großen Wirtschaftsräumen USA, Europa und China als Segen. Während im vergangenen Jahr der Börsenhandel weitgehend ruhig verlief, kommt jetzt wieder Bewegung in die Kurse. Die vergangenen Monate waren von einem lebhaften Auf und Ab geprägt.

Die Deutsche Börse wickelte deutlich mehr Geschäfte ab und gilt daher als einer der Profiteure der neuen Unsicherheit.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.