Mobileye-Aktie: Lupenreine Wette auf Roboterautos

Wie so oft bei Unternehmen, die mit bahnbrechenden Technologien den Markt erobern, neigen die Anleger häufig zu Übertreibungen.

Denn dort wo sogenannte disruptive Technologien ganze Branchen verändern, schlummert naturgemäß hohes Gewinn-Potential.

Aber oft brauchen die Produkte lange bis sie sich am Markt durchsetzen. Zugleich ist schwer ersichtlich, welcher Konzern am Ende der Gewinner ist.

Vor diesem Hintergrund müssen Sie auch die Kursentwicklung des israelischen Software-Konzerns Mobileye betrachten.

Im Sommer 2014 wagte das Unternehmen den Sprung aufs Parkett. Der Ausgabepreis von 25 Dollar je Aktie war schnell Geschichte. Bereits am ersten Börsentag explodierte der Kurs regelrecht um 48% auf 37 Dollar.

Gut 1 Jahr später markierten die Papiere bei 64 Dollar ihr vorläufiges Kurshoch – die Börsen-Bewertung lag zu dem Zeitpunkt bei knapp 14 Mrd. Dollar.

Doch dann ging es rasant bergab. Jegliche Euphorie entwich aus der Aktie und die Anleger ließen die Titel fallen wie eine heiße Kartoffel. Bis auf 25 Dollar sackten die Anteilsscheine ab, bevor eine Gegenbewegung bis auf 30 Dollar einsetzte.

Wie geht es weiter? Was macht die Bewertung der Aktie? Können sich die Produkte am Markt etablieren?

Mobileye liefert das Auge für das Auto

Das an der Nasdaq notierte Unternehmen liefert die Technologie für fahrerlose Autos. Die Chips und Algorithmen des Konzerns nutzen Kamerabilder, um Straßen-Markierungen auszuwerten und Unfälle zu vermeiden.

Damit bieten die Israelis auch preiswerte Lösungen für halb-autonomes Fahren an. Mobileye kalibriert Fahrzeug-Bremsen mit Kameras und Radaren, um Fußgänger, Ampeln und Straßenschilder erkennen zu können.

Breite Kundenbasis

Die Kundenbasis der Israelis ist dabei durchaus beeindruckend:

Knapp 90% der führenden Automobil-Hersteller haben mit dem Unternehmen bereits Verträge abgeschlossen, um die Systeme zur Kollisions-Vermeidung in ihre neuen Fahrzeug-Flotten zu integrieren.

Das Unternehmen arbeitet direkt mit BMW, Audi, Honda und General Motors zusammen, verkauft seine Systeme aber sonst auch über Automobil-Zulieferer wie Magna International oder TRW Automotive, die durch ZF Friedrichshafen übernommen wurden.

Auch Kunden wie Google und Tesla haben dem Ruf des Unternehmens zusätzlich geholfen. Beide setzten die Algorithmen von Mobileye bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos ein.

Im Fall von Google fährt das Auto tatsächlich ohne Fahrer. Bei Tesla wird die Technologie zur Unterstützung des Fahrers eingesetzt.

Beeindruckendes Wachstum

Die Geschäfts-Entwicklung von Mobileye ist dabei durchaus beeindruckend. Lagen die Erlöse in 2011 bei gerade mal 19 Mio. Dollar erwirtschafte der Konzern zuletzt immerhin 240 Mio. Dollar.

Dabei gelang dem Unternehmen zuletzt erstmals der Sprung in die Gewinnzone. Unterm Strich erlösten die Israelis 68,45 Mio. Dollar bzw. 29 Cent je Aktie. Das entspricht einer beeindruckenden Gewinn-Marge von 28,50%.

Für das aktuelle Jahr erwartet die Technologie-Firma einen Umsatz von 336 bis 340 Mio. Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,68 bis 0,69 Dollar je Aktie.

Bewertung hat sich relativiert – Aktie dennoch kein Schnäppchen

Zweifellos ist die Technologie von Mobileye bahnbrechend und die Geschäfts-Entwicklung ist geprägt von starkem Wachstum.

Allerdings spiegelt die Bewertung, trotz der starken Kursrückgangs, einen Großteil der Zukunftsmusik bereits wider. Bei einem Marktwert von 6,3 Mrd. Dollar wird Mobileye mit dem 17-Fachen der erwarteten Umsätze bewertet.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt aktuell bei 42. Vor dem Hintergrund des Gewinn-Wachstums von mehr als 130% in 2016 erscheint dies auf den ersten Blick sogar noch angemessen.

Entscheidend wird sein, wie schnell sich der Markt für autonome Fahrzeuge entwickelt. Das Potenzial ist zweifellos vorhanden.

Bis hier allerdings der Durchbruch gelingt, wird die Aktie stark von den Emotionen, also den Hoffnungen und Sorgen, der Anleger getrieben sein.

29. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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