Mobilfunkanbieter werden unterhaltsamer

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Mobilfunk-Unternehmen wollen in Zukunft den Streamingdiensten wie Netflix und Amazon Instant Videos Konkurrenz machen. (Foto: IRINA SHI / shutterstock.com)

Lange Zeit haben die strukturellen Probleme auf dem Mobilfunkmarkt die Geschäfte unprofitabel gemacht.

Flatrate-Angebote haben die Margen unter Druck gesetzt. Zudem haben hohe Sonderbelastungen für den Netzausbau die Bilanzen schwer belastet. Die Gewinne sind eingebrochen. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Zwar stehen mit dem geplanten 5G-Datennetzausbau weitere Sonderbelastungen in Milliardenhöhe an, doch diese sollen durch teurere Vertragsmodelle und bessere Unterhaltungsangebote überkompensiert werden. Dazu setzen die Telekommunikationsanbieter jetzt auf moderne Vertragsmodelle, die klassische Telefondienstleistungen mit Unterhaltungsangeboten kombinieren.

Es soll wieder aufwärts gehen

AT&T hat sich 2018 grundlegend neu aufgestellt. Das Wachstum konnte fortgesetzt werden. Der Umsatz stieg um 6,4% auf 170,8 Mrd. $. Rechnet man die Sondereffekte heraus, so stieg der operative Gewinn aber um mehr als 30% auf 26 Mrd. $. Nach langen Kartellverfahren durfte AT&T den Filmproduzenten Time Warner übernehmen.

Time Warner hält die wertvollen Rechte an den Warner Bros. Filmstudios, dem Nachrichtensender CNN und dem Bezahlsender HBO. Darin sind auch die Verwertungsrechte der Erfolgsserie Game of Thrones enthalten. Mit dieser Übernahme ist AT&T zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von Netflix und Amazon Instant Video geworden. AT&T will künftig seine breite Kundenbasis mit den Time-Warner-Inhalten unterhalten.

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Ebenso unterhaltsam möchte auch freenet werden. Das starke Wachstum bei der konzerneigenen IP-TV-Plattform waipu.tv bescheinigt anschaulich, dass IP-TV eine attraktive Alternative zur Satelliten- oder Kabelübertragung darstellt. Die Plattform hat seine registrierten Nutzer fast verdreifacht. Mitte September hat sich auf der Plattform der einmillionste Kunde registriert.

Streit um Vergabe der 5G-Frequenzen

Vor der Auktion von Mobilfunkfrequenzen für den schnellen Standard 5G drängt auch die Deutsche Telekom auf eine rasche Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen und hat einen Eilantrag beim Kölner Verwaltungsgericht gestellt. Zuvor hatten bereits die anderen beiden deutschen Netzbetreiber Telefónica Deutschland (O2) und Vodafone diesen Weg gewählt.

Stimmt das Gericht den Anträgen zu, würde sich die für Ende März geplante Auktion auf unbestimmte Zeit verzögern – dann müssten erst die Klagen der Netzbetreiber abgearbeitet werden, bevor versteigert werden darf. Bei den Klagen geht es um die Vergaberegeln, die von der Bundesnetzagentur festgelegt wurden, beispielsweise zur Versorgung in der Fläche. Die Netzbetreiber beklagen, dass die Regeln teilweise zu Unklarheiten führen und eine Öffnung eigener Antennenanlagen erzwungen werden könnte.

Zudem sehen sie eine Bevorteilung für Neueinsteiger – in diesem Fall den Konkurrenten 1&1 Drillisch – durch Ausnahmeregeln. Neben den Netzriesen hat auch 1&1 Drillisch beschlossen, ins Rennen um die 5G-Frequenzen zu gehen und ein eigenes Mobilfunknetz aufzubauen. Die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) ist für die Industrie sehr wichtig, etwa für miteinander kommunizierende Maschinen und für selbstfahrende Autos.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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