Mobilfunker auf Kundenfang

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1&1 Drillisch wächst und legte solide Zahlen vor. Doch wo ist die Fantasie? Wir erklären es Ihnen! (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Als 1&1 Drillisch beschloss, um die 5G-Lizenzen mitzubieten, war das für viele Beobachter eine Überraschung. Doch inzwischen hat sich die Aufregung wieder etwas gelegt. Inzwischen ist klar, dass 5G der Schlüssel zur Zukunft ist. Viele Zukunftstechnologien hängen vom neuen Mobilfunkstandard ab. Als modernes Unternehmen aus dem Telekommunikationssektor liegt es also auf der Hand, bei den Lizenzen zuzugreifen. Sicher würden Sie als Aktionär sich auch wundern, wenn das Unternehmen hier außen vor geblieben wäre. Doch 5G ist nicht alles. Wir haben das Unternehmen en Detail für Sie untersucht. Lesen Sie weiter!

Corona wirkt sich auf die Zahlen aus

1&1 Drillisch kontrolliert als Holding Unternehmen, die im Bereich Mobilfunk tätig sind. Das operative Geschäft wird von den Tochtergesellschaften Drillisch Telecom, simply Communication und MS Mobile Services betrieben. Das IT-Know-how ist in der IQ-optimize Software AG gebündelt. Das Geschäft ist in die Bereiche Telekommunikation und Softwaredienstleistungen unterteilt.  1&1 Drillisch konnte im 1. Halbjahr die Zahl der Kundenverträge im Vergleich zum 31. Dezember 2019 über alle Kundengruppen um 240.000 auf 14,57 Mio erhöhen.

Dabei konnten 250.000 mobile Internet-Verträge hinzugewonnen werden und die Vertragszahl auf 10,24 Mio gesteigert werden. Die Breitband-Anschlüsse gingen leicht um 10.000 DSL-Verträge auf 4,33 Mio zurück. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Kundenverträge insgesamt um 650.000. Der Umsatz legte um 4,1% auf 1,88 Mrd € zu. Dabei erhöhten sich die margenstarken Service- Umsätze um 3,1% auf rund 1,5 Mrd €. Hierin enthalten sind negative Umsatzeffekte (insbesondere fehlende International-Roaming-Umsätze) infolge der Corona-Pandemie, aufgrund temporär eingeschränkter Reisemöglichkeiten.

Ohne diesen negativen Effekt wären die Service-Umsätze um 3,4% gestiegen. Das operative Ergebnis (EBITDA) ist mit 329,6 Mio € hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Der Rückgang um 10,8 Mio € resultierte vor allem aus regulatorischen Effekten sowie Mehraufwendungen aus der EU-Regulierungsentscheidung zu SMS-Kosten. Zudem fielen im Zusammenhang mit Planungen und Vorbereitungen für das 5G-Mobilfunknetz Kosten von 5,6 Mio € an.

Warum bei der Aktie keine Eile geboten ist

Zusätzlich wurde das Ergebnis durch das veränderte Nutzungsverhalten der Kunden infolge der Corona-Pandemie belastet. Bereinigt um alle Effekte wäre das EBITDA um 4,0% gewachsen. Für 2020 erwartet der Vorstand weiteres Kundenwachstum, ein Anstieg des Umsatzes um 4% sowie ein EBITDA auf Vorjahresniveau. Diese Eckdaten stimmen uns zuversichtlich. Dennoch besteht kein Grund, überstürzt bei 1&1 Drillisch einzusteigen. Die Aktie ist für uns guter Durchschnitt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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