Mode-Aktien: Eine Branche im Wandel

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Die Möglichkeiten des Internets sorgen für einen harten Wettbewerb zwischen etablierten Mode-Konzernen und Newcomern. (Foto: r.classen / shutterstock.com)

Die Modebranche sieht sich im 21. Jahrhundert mit ungewöhnlich vielen Herausforderungen konfrontiert. Die Möglichkeiten des Internets sorgen für einen harten Wettbewerb zwischen etablierten Konzernen und Newcomern. Der Onlinehandel bringt klassische Konzepte und Ladengeschäfte immer mehr in Bedrängnis.

Für den Kunden ist es viel bequemer geworden online zu bestellen, die Ware dann zu Hause anzuprobieren und zurückzuschicken, als sich in eine enge Umkleidekabine zu quetschen. Es hat sich aber nicht nur die Art wie wir einkaufen verändert. Viele Kunden haben auch das Interesse am Thema Mode verloren.

Mode spielt in großen Teilen der Bevölkerung keine so große Rolle mehr wie noch vor wenigen Jahren. Die Ausgaben für hochwertige Bekleidung sinken. Anstelle eines einmaligen Outfits entscheiden sich vor allem junge Kunden für einfache und gut kombinierbare Teile. Dies trifft vor allem Hersteller im Premiumsegment.

Gerry Weber von Investoren übernommen – alle Aktien wertlos

Der insolvente Konzern Gerry Weber konnte in der bisherigen Struktur nicht gerettet werden. Alle Aktien sind wertlos, die bisherigen Investoren sowie die Gründerfamilien Weber und Hardieck gehen leer aus. Die neuen Besitzer des Konzerns heißen Robus Capital und Whitebox Advisors. Gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Ralph Weber laufen Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung. Die Anleger wollen sich nicht damit abfinden, dass ihr investiertes Vermögen wegen der Trägheit der ehemaligen Unternehmensführung verloren ist.

Ich habe Sie bereits im Vorfeld vor einem Investment in Gerry Weber gewarnt und die Aktie seit 2017 mit nur einem Stern eingestuft.

Erfolgsstorys der Modebranche

Auch wenn die Branche seit Jahren von einem schwierigen Umfeld und schlechten Bedingungen spricht, gibt es Unternehmen die wachsen. Der Branchenprimus Inditex macht seit Jahren vor, wie Mode im 21. Jahrhundert funktioniert. Der Konzern verzichtet auf die Billigproduktion in Fernost und stellt seine Produkte in Europa her.

Somit kann das Unternehmen schnell auf Kundenwünsche oder Wetterkapriolen reagieren. Der Konzern verknüpft den Onlineshop mit dem Ladengeschäft. Die beiden Geschäftsbereiche stellen keinen Kontrast dar, sondern gehen Hand in Hand. Auch H&M hat die Integration der Vertriebswege verstanden und holt kräftig auf. Mit seiner riesigen Kundenbasis hat der Konzern ein enormes Wachstumspotential.

Neue Konzepte führen zum Erfolg

Auch wenn die Discountermentalität weiter anhält, entwickeln sich neue Trends, die enorme Chancen bieten. In Zeiten, in denen Schüler den Unterricht schwänzen, um für das Klima zu demonstrieren und Dieselmotoren sowie Inlandsflüge zur Sünde erklärt wurden, stehen Modeunternehmen vor einer neuen Herausforderung: Nachhaltigkeit. Das veränderte Bewusstsein der Kunden bietet Chancen. Viele Unternehmen werben bereits heute mit ökologisch und sozial verträglicher Produktion, rühmen sich mit kurzen Lieferwegen und bieten Recyclingmöglichkeiten an.

Für die Hersteller bieten diese Faktoren endlich wieder eine Möglichkeit, Preissteigerungen gegenüber dem Kunden zu rechtfertigen und sich von billigen asiatischen Anbietern abzusetzen.

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Immer dieselben Gründe: Darum ist Gerry Weber pleiteDie Gründe der Gerry Weber-Insolvenz gleichen denen anderer gestrandeter Modeanbieter: sie reagieren zu langsam auf die Schnelllebigkeit › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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