Mode für Rendite-Jäger

Hugo Boss hat zuletzt enttäuscht. Dennoch überzeugt die Aktie seit Jahren. Eine Analyse.

Wenn es um Mode geht, scheiden sich die Geister. Was dem einen gefällt, findet der andere unerträglich. Zum Glück gibt es auch Marken, die kommen eher gedeckt daher. Ohne große Experimente hat Boss seit Jahren großen Erfolg. Auch die Aktie sieht interessant aus.

Hugo Boss gehört zu den Weltmarktführern im Premium- und Luxussegment für Damen- und Herrenbekleidung mit fünf Marken: BOSS Black (Businessmode), HUGO (Trendmode), BOSS Orange (Freizeitmode), BOSS Green (Sport-/Golfbekleidung) und die Luxusmarke BOSS Selection mit klassisch-moderner Konfektion, eleganter Abend- und lässiger Freizeitmode, Schuhen, Lederaccessoires und lizenzierte Düfte, Brillen, Uhren und Kinderbekleidung.

Dämpfer im März

Zuletzt sorgte Hugo Boss für einen Paukenschlag: Mitte März kassierte das Modeunternehmen sein Umsatzziel von 3 Mrd €. Im Vergleich zum Vorjahr, als Boss einen Umsatz von 2,57 Mrd € erreicht hatte, werde es in diesem Jahr währungsbereinigt nur um eine mittlere einstellige Prozentzahl nach oben gehen.

Das operative Ergebnis sieht das Unternehmen um 5 bis 7% über dem Ergebnis von 2014. Hugo Boss betonte, dass das Unternehmen mit diesem Ergebnis die Konkurrenz weit hinter sich lasse und stellte eine höhere Dividende von 3,62 € je Aktie in Aussicht.

Boss will in den USA weiter wachsen

Profitables Wachstum verspricht vor allem der weitere Ausbau des eigenen Filialnetzes. Unter anderem wird Hugo Boss in China und Südkorea alle Franchisestores übernehmen und in Eigenregie weiterführen. Für Rückenwind sollte auch der schwache Euro sorgen.

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Immerhin erwirtschaftet Hugo Boss 20% seines Umsatzes in den USA. Langfristig will der Konzern die operative Marge vor Abschreibungen von 23 auf 25% verbessern und den Umsatzanteil des eigenen Einzelhandels von 54 auf mindestens 75% erhöhen. Der Anteil der Damenmode am Gesamtumsatz soll von 11 auf 15% steigen.

Großaktionär Permira forcierte seinen Ausstieg bei Hugo Boss und platzierte seine 12%-Beteiligung bei institutionellen Investoren. Gleichzeitig ist das italienische Textilunternehmen Marzotto wieder bei Hugo Boss eingestiegen.

Dax-Fantasie und Dividende überzeugen

Durch den höheren Streubesitz verbessern sich die Chancen auf einen Aufstieg in die erste Börsenliga. Dann ist die Aktie für institutionelle Investoren ein Muss, die den Dax abbilden.

Die Aktie hat sich auf Jahressicht besser entwickelt als der Vergleichsindex Mdax. Diese Entwicklung könnte auch noch ein wenig anhalten. Schließlich bietet die Aktie neben der DAX-Fantasie auch eine solide Dividendenrendite. Etwas belastend wirkt dagegen die eher gedämpfte Stimmung in der Mode-Branche.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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