Modebranche wächst in den Schwellenländern am stärksten

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Konjunktursorgen dämpfen die Kauflaune der Verbraucher in Europa, dagegen stehen die zeichen in den Schwellenländern auf Wachstum. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Die Modebranche ist wie viele andere Wirtschaftsbereiche stark gefordert.

Zum einen dämpfen Konjunktursorgen die Kauflaune in vielen europäischen Ländern.

Zum anderen machen der Bekleidungsindustrie höhere Beschaffungskosten das Leben schwer.

Und der schöne und warme Herbst 2011 war dem Geschäft ebenfalls alles andere als zuträglich. Doch nicht alle Konzerne leiden gleichermaßen unter den schwierigen Marktbedingungen.

Inditex ist besser als H&M

Die beiden führenden europäischen Modekonzerne Hennes & Mauritz und mehr noch Inditex befinden sich auf solidem Wachstumskurs. Mit der Expansion in aufstrebenden Ländern macht vor allem Inditex das schleppende Europageschäft mehr als wett.

Von den beiden Konkurrenten hat Inditex derzeit die Nase vorn. Die Spanier mit ihrer Kernmarke Zara und sieben weiteren Modeketten treiben die internationale Expansion zügiger voran als H&M.

Dank des überwiegenden Produktionsanteils in Europa und Marokko kann Inditex die Kollektionen schnell wechseln und besser dem Kundengeschmack anpassen als die Schweden, die vorwiegend in Asien produzieren, wo zudem der Lohndruck steigt.

Bei Inditex dauert es vom Entwurf neuer Kollektionen bis zu deren Verkauf maximal drei bis vier Wochen. Für Inditex spricht zudem die höhere Anzahl der Neueröffnungen in den Schwellenländern. Damit nimmt die Abhängigkeit vom Heimatmarkt und dem restlichen Europa kontinuierlich ab.

Der Umsatzanteil der Schwellenländer liegt bei 15% und dürfte in den kommenden 2 Jahren auf 25% steigen. H&M hingegen erwirtschaftet gerade mal 6% des Umsatzes außerhalb Europas und Nordamerikas. Für die Schweden spricht aber die höhere Dividendenrendite.

Rekordjahr für Hugo Boss und Gerry Weber

Einen sehr guten Eindruck machen auch Gerry Weber und Hugo Boss. Gerry Weber hat im letzten Jahr Umsatz und Ergebnis zweistellig gesteigert und will auch 2012 profitabel wachsen. Der Konzern hat bereits während der Finanzkrise gezeigt, dass er in einem schwachen Marktumfeld zulegen kann.

Gerry Weber kennt die Bedürfnisse des Handels und kann mit seiner Mode gezielt darauf eingehen. Der Konzern ist in vielen außereuropäischen Ländern vertreten, unter anderem mit mehr als 20 Häusern im Mittleren Osten und rund 40 Partnerläden in Russland. Jetzt startet Gerry Weber auf dem nordamerikanischen Markt.

Die Warenhauskette Bloomingdale’s hat bereits die neue Frühjahrskollektion im Angebot. Für 2012 hat sich Gerry Weber vorgenommen, den Exportanteil auf mehr als die Hälfte des Umsatzes zu steigern. Straffung und Verjüngung der Kollektion zahlen sich immer mehr aus.

Ein wichtiger Treiber des Damenmode-Spezialisten ist das selbst betriebene Einzelhandelsgeschäft. Daneben ist inzwischen auch der Online-Shop zu einer wichtigen Säule geworden.

Für Hugo Boss war 2011 ebenfalls ein Rekordjahr. Während der warme Herbst eher dämpfend wirkte, fiel das Weihnachtsgeschäft außergewöhnlich gut aus: Krawatten, Socken in Geschenkboxen und Anzüge fanden reißenden Absatz. Allein im 4. Quartal erzielte Boss einen Umsatz von 499 Mio €, 18% mehr als im Vorjahr.

Bei Boss stimmt aber auch die Marge. Denn der Konzern hat sich ein spezielles Erfolgsrezept erschlossen: eigene Läden. So wie der erfolgreiche Computerhersteller Apple verlässt sich Boss immer weniger auf fremde Händler, sondern auf die eigene Handelsexpertise – eine Strategie, die sich immer mehr auszahlt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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