Modeindustrie: Wachstumsmarkt mit neuen Schwerpunkten

Zahlreiche Unternehmen nutzen die Südostverschiebung und expandieren in neue gewinnbringende Märkte. (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Weltweit befindet sich die Modeindustrie wieder auf Wachstumskurs.

Nach dem schwachen Jahr 2016 konnte die Modebranche 2017 wieder ein Umsatzwachstum von 2,5 bis 3,5% erzielen und damit 2,5 Bio $ erwirtschaften. Für 2018 erwartet McKinsey ein Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,5%. Dabei fällt das Wachstum in den westlichen Industrienationen wesentlich schwächer aus als in den Schwellenländern. Es ist davon auszugehen, dass 2018 erstmals der größere Anteil des Umsatzes außerhalb von Europa und Nordamerika generiert wird. Auch zwischen den verschiedenen Preissegmenten bestehen Unterschiede.

Das mittlere Preissegment wird schwächer wachsen als Luxus- und Discountmode. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Südostverschiebung und expandieren in neue gewinnbringende Märkte. So fokussiert sich Ahlers immer mehr auf den Vertrieb von Premiummarken in Osteuropa. Unternehmen wie Hennes & Mauritz und Inditex nutzen den weltweiten Aufschwung für eine Expansion in den Schwellenländern.

Eine Branche im Umbruch

Auch wenn es in der Branche wieder aufwärts geht, befindet sie sich dennoch im Umbruch. Zahlreiche Unternehmen wie die Adler Modemärkte sind bis heute mit den Ansprüchen der Digitalisierung überfordert. Gerade große Ladenketten sind häufig die Verlierer des Online-Booms.

Doch nicht nur der Ort des Kaufs hat sich verändert, auch die Kundenansprüche haben sich geändert. So hat Inditex gegenüber dem Konkurrenten Hennes & Mauritz immer mehr die Nase vorn. Das Unternehmen hat die Modezyklen verkürzt und reagiert wesentlich schneller auf Trends als die Konkurrenz.

Die Marke Polo Ralph Lauren bereitet sich auf ihren 50. Geburtstag vor und ist ein Beispiel dafür, wie sich Marken immer wieder neu erfinden müssen. Der neue CEO Louvet versucht die etwas in die Jahre gekommene Marke einer Frischzellenkur zu unterwerfen. Die Erhöhung der digitalen Reichweite gehört zu den Schwerpunkten der neuen Unternehmensstrategie.

Unter anderem wurden die Marketingausgaben im 3. Quartal um 27% angehoben und verstärkt in die digitalen Kanäle und Social Media Bereiche gelenkt. Die US-E-Commerce-Seite hat eine neue Technologieplattform bekommen. Es wurde der Create Your Own Shop gestartet, in dem Online-Kunden ihre eigenen Shirts, Sweater und Caps designen können.

Die Rolle des Chief Digital Officers wurde geschaffen und das Management-Team mit viel digitaler Expertise verstärkt. Die Erneuerung benötigt aber Zeit. Die Ergebnisse für das 3. Quartal markieren noch keine Zeitenwende für den Konzern. Louvet räumte ein, dass vor seinem Team noch viel Arbeit liegt, um wieder die Rolle des Branchenführers mit einem branchenführenden Umsatz- und Gewinnwachstum einzunehmen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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