Modekonzern vor offener Zukunft

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Auch die Generation 55+ will schick durchs Leben gehen. Adler bietet dafür passende Designs. Doch die Aktie schwächelt. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Die Deutschen werden immer älter. Pharmakonzerne, Veranstalter von Kreuzfahrten und auch Pflegeheim-Betreiber profitieren. Doch es gibt noch andere Unternehmen, die sich auf die Generation 55+ fokussieren. Beispielsweise in der Modebranche. Wir erklären Ihnen, was von der Aktie von Adler Modemärkte zu halten ist. Aber so viel schon vorab: Eine Dividende gibt es nicht. Dafür aber viel Fantasie? Erfahren Sie es in unserer Analyse.

Die 1948 gegründete Adler Modemärkte AG gehört zu den führenden Textileinzelhandelsketten in Deutschland. Das Sortiment spricht in erster Linie die Altersgruppe der über 55-Jährigen an. Angeboten werden Damen- und Herrenoberbekleidung im Mittelpreissegment, Trachtenmode sowie Accessoires und Schuhe. Rund 90% des Umsatzes entfallen auf die 9 Eigenmarken. Adler betreibt 175 Modemärkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Luxemburg.  Das seit Jahren schrumpfende Unternehmen macht weiter Verluste.

Adlers Geschäftsmodell steht zur Diskussion

Nachdem 2018 ein Verlust von 2,6 Mio € verbucht wurde, lag das Defizit im 1. Halbjahr 2019 bei 4,5 Mio €. Da Adler den Großteil seines Gewinns im 4. Quartal macht, ist der Halbjahresverlust für das Unternehmen sogar ein Erfolg. Im Vorjahreszeitraum lag der Verlust bei 7,6 Mio €. Der Umsatz schrumpfte um 3% auf 236 Mio €. Zum 30. Juni betrieb Adler nur noch 175 Modemärkte. Die Mitarbeiterzahl schrumpfte um 4,6% auf 3.599, wobei die Personalkosten sogar leicht stiegen.

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Der Konzern betreibt eine Restrukturierung, die kaum erkennbar ist, schließt unrentable Filialen und versucht Kosten zu sparen, indem Logistikdienstleister gewechselt werden. Auch versucht Adler ausgewählte Filialen zu modernisieren. Diese Maßnahmen können das weitere Schrumpfen höchstens verzögern, aber längst nicht aufhalten. Das Geschäftsmodell von Adler hat im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr.

Massenmärkte in schlechter Lage werden in einer Zukunft, in der die individuelle Mobilität infrage gestellt wird, immer weniger Besucher anlocken. Die Ladenumsätze in der Modebranche sind seit Jahren rückläufig. Die Bereitschaft, weite Strecken für einen Einkauf zurückzulegen, wird in Zukunft immer weiter sinken.

Selbst für Zocker keine gute Wahl

Adler betreibt zwar einen Onlineshop, scheint aber die Wichtigkeit dieses Segments nicht zu erkennen. Für 2019 rechnet Adler mit einem Umsatz unter 500 Mio €. Auch wenn das Unternehmen Kosten spart, fehlt bis heute eine erfolgversprechende Strategie. Nicht jedes Unternehmen, das am Boden liegt, eignet sich auch für Zocker. Bei Adler würden wir die Finger von der Aktie lassen!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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