Moderne Technologien finden sich auch in der Modebranche

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Inzwischen halten neue Technologien wie künstliche Intelligenz Einzug in die Modebranche und sorgen für starke Veränderungen. (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Während H&M Outlets baut, arbeitet man bei Inditex mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Big Data daran, Restposten zu vermeiden.

Mit Hilfe von Technologie-Start-ups soll das Kundenverhalten präzise vorausgesagt werden. Der Branchenprimus setzt auf eine intelligente Vernetzung seiner Läden mit dem Onlinegeschäft. Für Inditex sind Online- und Ladengeschäft kein Widerspruch, sondern zwei Elemente eines Erfolgskonzepts. Der größte Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ist aber immer noch die Geschwindigkeit. Durch die Fertigung in Europa kann das Unternehmen sofort auf Wetter- und Modeerscheinungen reagieren. Die hohe Flexibilität sorgt für stetigen Kundenzustrom.

Wachsender Online-Umsatz

Zahlreiche Unternehmen der Modebranche scheinen die Bedeutung des Onlinehandels immer noch nicht verstanden zu haben. Bei Ahlers und Gerry Weber spielt das Online-Geschäft immer noch eine Nebenrolle. Die Geschäftszahlen zeigen, wohin das führt. Dabei stieg der Online-Umsatz mit Bekleidung in Deutschland allein im 2. Quartal um 9%.

Dies beeindruckte sogar die Kultusministerkonferenz. Mit „Kaufmann oder Kauffrau im E-Commerce“ entstand jüngst der erste neue kaufmännische Ausbildungsberuf seit zehn Jahren. Die Ausbildung legt Schwerpunkte auf Web-Kenntnisse, Online-Marketing und Kundenkommunikation. Der deutschen Modeindustrie würde es gut tun, diesen neuen Beruf anzunehmen.

Moderne Werbekonzepte

Im 21. Jahrhundert reicht die bloße Existenz eines Online- Shops noch lange nicht aus um erfolgreich zu sein. Früher war das Schaufenster der wichtigste Marketing- Kanal der Modebranche. Online-Werbung war der nächste Schritt. Die Werbung der Zukunft findet per Social-Media statt. Auf Instagram konsumieren Millionen Menschen freiwillig täglich Beiträge von Influencern, die Werbung für verschiedene Produkte enthalten. Mit nur einem Klick findet sich der Kunde im entsprechenden Shop wieder.

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Für die Modebranche hat diese Werbung enormes Potenzial. Über diesen Werbekanal drängt auch ein neuer Marktteilnehmer auf den deutschen Markt. Amazon unterhält in Amerika eine eigene Modekollektion mit 1.800 Produkten. In Deutschland will das Unternehmen jetzt mit einer Sportbekleidungskollektion starten.

Neben den eigenen Produkten ist der Handel von Fremdmarken für Amazon immer noch sehr bedeutend. Für Markenhersteller ergeben sich Wachstumschancen. Für den Einzelhandel bedeutet es einen mächtigen Konkurrenten. Hier werden zahlreiche Marktteilnehmer scheitern. Während Amazon mit Influencern wirbt, setzt Adler weiterhin ausschließlich auf Ladengeschäfte in B-Lagen.

Schlechtes Wetter verregnet die Umsätze

Nach dem Wachstumsjahr 2017 hatte die Modebranche im 1. Halbjahr 2018 mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. Die Kälte- und Grippewelle im 1. Quartal sorgte für rückläufige Umsätze. Trotz der hervorragenden Wirtschaftslage büßte der deutsche stationäre Modehandel 2% des Umsatzes ein.

Auch der Klimawandel geht an der Branche nicht spurlos vorbei. Auf die Kälte folgten sofort sommerliche Temperaturen. Die Frühjahrs- und Übergangskollektionen blieben in den Läden hängen. Somit sind die Unternehmen zu immer höheren Rabatten gezwungen, welche das Geschäft unrentabel machen.

H&M will die Antwort für dieses Problem in Outlet-Shops gefunden haben. Dort möchte das Unternehmen seine bereits günstigen Waren verramschen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.