Molycorp Aktie: Jetzt droht das finanzielle Aus

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Die Krise bei den Seltenen Erden zieht größere Kreise. Der große Produzent Molycorp kann seine aktuellen Schulden nicht mehr bedienen. Lesen Sie hier, was dahinter steckt. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Jetzt wird es langsam eng für Molycorp. Der einzige Produzent von Seltenen Erden in den USA steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Jetzt teilte das Unternehmen mit, dass es nicht möglich ist, derzeit eine fällige Zinstilgung in Höhe von 32,5 Mio. Dollar zu leisten.

Sie können sich vorstellen, was eine solche Ankündigung die in dürren Worten über die Webseite von Molycorp veröffentlicht wurde, an der Börse ausgelöst hat. Die Aktie befand sich zwischenzeitlich im freien Fall. Bei einem sehr hohen Volumen sackten die Aktien von Molycorp knapp 20 % ab. Der Schlusskurs lag nur noch bei 0,43 Dollar.

Vom Glanz früherer Zeiten ist bei diesem US-Unternehmen nicht mehr viel übrig. Jetzt hat das Unternehmen nur 30 Tage Zeit, mögliche Umstrukturierungen bei den Krediten durchzusetzen. Doch die Lage für Molycorp ist alles andere als rosig.

Zwar produziert das Unternehmen in der Mountain Pass Mine in Kalifornien Seltene Erden. Doch durch den starken Einbruch der Preise am Weltmarkt für Seltene Erden ist es nicht möglich, dort profitabel zu wirtschaften.

Molycorp produziert nur noch Verluste – das kann nicht mehr lange gutgehen

Das haben zuletzt die Bilanzdaten zum ersten Quartal einmal mehr unter Beweis gestellt: Mit jedem Tag der Produktion verliert Molycorp derzeit Geld. Zudem ist das Unternehmen mit unglaublichen 1,7 Mrd. Dollar verschuldet.

Ein Großteil dieser Schulden ergibt sich auch aus einer Übernahme die Molycorp im Jahre 2012 durchgeführt hat. Damals wurde ein kanadisches Unternehmen für 1,3 Mrd. Dollar übernommen. Im Nachhinein hat sich diese Übernahme als viel zu teuer erwiesen. Sie erfolgte nur kurz nach den Höchstpreisen bei Seltenen Erden aus dem Jahre 2011.

Damals stand Molycorp nach eigener Ansicht vor einer ausgezeichneten Zukunft. Auch viele Experten attestierten dem Unternehmen sehr gute Marktchancen. Vor allem die Lokalisierung des Vorkommens in Kalifornien machte Molycorp interessant.

Sie müssen wissen, dass weit mehr als 90 % der Seltenen Erden in China produziert werden. Daher bietet ein verlässlicher Produktionsstandort außerhalb des asiatischen Boomlandes die notwendige Sicherheit für westliche Unternehmen.

Doch leider sind die Preise innerhalb der vergangenen Jahre massiv eingebrochen. Das hat nicht nur Molycorp unter Druck gesetzt, sondern auch andere Firmen aus diesem Sektor. So ist die aktuelle Krisenmeldung von Molycorp nicht nur schlecht für die Firma. Es ist vielmehr ein Warnsignal für den gesamten Sektor.

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Heiko Böhmer
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