Molycorp Aktie: Marktführer weiterhin mit massiven Problemen

Bei den Gold- und Silberminen hat sich die dramatische Lage zuletzt etwas verbessert. Die Zeiten der extremen Verluste sind erst einmal vorbei. Dennoch ist es immer noch so: Die großen Produzenten wie Barrick Gold oder Newmont Mining haben von den Rekordhochs bis jetzt 60% an Wert verloren.

Es gibt aber noch heftigere Kursrückgänge für Marktführer in anderen Rohstoff-Sektoren. Ein besonders dramatisches Beispiel ist hier der Sektor der Seltenen Erden. Der Marktführer Molycorp hat seit dem Hoch im Frühjahr 2011 bei rund 53 Euro bis jetzt fast 99% an Wert verloren.

Wie gesagt: ich spreche hier nicht von eine kleinen Explorer, der vielleicht irgendwann mal in Zukunft in Produktion gehen wird. Ich spreche hier von einem der größten Produzenten für Seltene Erden außerhalb Chinas.

Das Unternehmen betreibt die Mountain Pass Mine in Kalifornien – doch das läuft alles andere als reibungslos. 2014 hat Molycorp hier eine Jahresproduktion von knapp 4.800 Tonnen geschafft. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den leichten Seltenen Erden.

Nur noch mal für Sie zum Verständnis: Bei der Gruppe der Seltenen Erden handelt es sich um spezielle Metalle, die in sehr vielen Hightech-Anwendungen wie Elektromotoren oder Magneten zum Einsatz kommen.

Da China hier als Produzent den Weltmarkt mit einem Anteil von weit mehr als 90% beherrscht, startete auch Molycorp vor einigen Jahren mit vielen Vorschusslorbeeren.

Der Stern von Molycorp strahlte nur kurz an der Börse

Der Start an der Börse verlief auch extrem positiv: Die Aktie startete von 12 Euro in nur wenigen Monaten auf über 50 Euro durch. Doch dieser Anstieg war nicht nachhaltig. Der Markt für Seltene Erden konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen und die Preis brachen ein – und auch die Aktienkurse der Unternehmen aus dem Sektor.

Molycorp war so etwas wie die Speerspitze und für mich schon immer ein guter Indikator für den Zustand der Branche. Schon im März 2013 schätze ich die Marktlage kritisch ein.

Damals schrieb ich: „Von der aktuellen angespannten Situation bei Molycorp erwarte ich weitergehende Folgen für die gesamte Branche. Es ist wie gesagt kein gutes Signal wenn der wichtigste Produzent außerhalb Chinas Verluste anhäuft.“

Als ich das schrieb, notierte die Molycorp-Aktie noch bei weit über 5 Euro. Das war damals schon ein Rekordtief. Doch heute liegt der Kurs nur noch bei 0,60 Euro. Sie sehen: Rohstoff-Fans müssen wirklich gute Nerven haben.

Und diese starken Schwankungen zeigen auch: Selbst Kurskorrekturen von 60% wie bei den großen Goldminen sind in diesem Sektor nichts Ungewöhnliches.

5. Februar 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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