Molycorp: Weiterhin hohe Verluste bei der Produktion

Seltene Erden Produzenten haben es nicht leicht. Molycorp ist ein weiteres Beispiel dafür mit der Mountain Pass Mine in Kalifornien. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der große Trend der Seltenen Erden ist schon längere Zeit vorbei. Ende 2010 fand die große Hausse bei diesen Aktien statt. Kurz zuvor ging auch Molycorp aus den USA an die Börse.

Mit der Mountain Pass Mine in Kalifornien hat das Unternehmen ein ganz wichtiges Asset für die Branche:

Bis zum Markteinstieg der Chinesen war diese Mine in den USA die größte Seltene-Erden-Mine der Welt, die auch schon in den 1950er und 1960er Jahren produziert hat.

Daher verbanden sich mit dem Börsengang von Molycorp viele Hoffnungen eine verlässliche Produktion außerhalb Chinas aufzubauen.

Dies ist auch strategisch notwendig, da China aktuell rund 95% des Weltmarktes bei Seltenen Erden kontrolliert.

Kommt es hier zu Lieferengpässen, schauen viele Kunden im Westen in die Röhre. Gerade 2010 hat es massive Befürchtungen vor solchen Lieferengpässen gegeben.

Doch es kam anders –wobei Molycorp sicherloch ein Ziel erfüllt hat: Es gibt mittlerweile eine verlässliche Produktionsstätte außerhalb Chinas mit einem möglichen Jahresvolumen von 15.000 Tonnen Seltene Erden Oxide.

Aber Molycorp verdient mit der Mine kein Geld: Allein im zweiten Quartal fiel bei einem Umsatz von knapp 137 Mio. Dollar ein Verlust von 74 Mio. Dollar an.

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Das ist extrem gefährlich für die Kapitalbasis des Unternehmens, vor allem auch weil Molycorp aktuell noch Geld investieren muss, um die Ertragskraft der Anlage zu erhöhen. Ganz klar:

Diese Zahlen wirken erst einmal wieder als Dämpfer für die gesamte Branche. So verliert die Molycorp Aktie selbst rund 10% an Wert. Aber auch andere Branchenwerte wie Avalon Rare Metals gehört zu den großen Verlierern nach den Zahlen.

Schwache Bilanz: 55% Kursverlust seit dem Börsengang im Herbst 2010

Das Beispiel Molycorp zeigt eben, wie schwierig es ist, eine gewinnbringende Produktion für Seltene Erden aufzubauen.

Seit dem vielversprechenden Börsengang hat die Aktie bis jetzt rund 55% an Wert eingebüßt. Neue Investoren sind bei einer solchen Bilanz und den aktuellen Schwierigkeiten nur schwer zu finden.

Dennoch ist diese Branche regelmäßig für kurzfristige kräftige Kurszuwächse gut. In wenigen Wochen ab Mitte Juni kletterte die Aktie um mehr als 40% an. Ein Auslöser dafür waren Meldungen über Angebotsengpässe in China.

Und genau so etwas kann immer wieder passieren. Insofern bleiben große Aktien aus dem Segment wie Molycorp oder auch Lynas oder Avalon Rare Metals weiterhin spannend – aber eher für kurzfristige Tradingelegenheiten.

Bis zur nächsten Boomphase muss sich die Lage in der Branche erst einmal stabilisieren.

 


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.