Mondelez -Aktie: US-Schokoladen-Hersteller kämpft weiter mit rückläufigen Erlösen

Milka-Hersteller setzt auf chinesischen Markt. Hier alles Wichtige zum Thema für Sie zum Nachlesen: (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die Produkte kennen Sie bestimmt; ob Milka-Schokolade, Toblerone oder Kaba-Pulver – auch wenn der Firmen-Name nicht jedem geläufig ist: Der Mondelez-Konzern ist der drittgrößte Nahrungsmittel-Konzern weltweit.

Dass der Markt für Schokolade äußerst attraktiv ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Hohe Margen und ein auch in Krisen-Zeiten verlässlicher Absatz sind äußerst attraktiv.

Dabei versucht der Schoko-Gigant seine Position weiter auszubauen.

Milliarden-Offerte von Hersheys zurückgewiesen

Unterdessen versucht Mondelez sein Reich weiter auszubauen. Erst kürzlich hat der US-Konzern ein Angebot für seinen Rivalen Hersheys für 23 Mrd. Dollar ausgegeben.

Mit einem Misch-Angebot aus Aktien und Bargeld wollte Mondelez den 1886 gegründeten Traditions-Konzern schlucken.

Der Deal klang attraktiv: Sowohl die Arbeitsplätze bei Hershey als auch der Markennamen sollten erhalten bleiben und dem Unternehmen bei der internationalen Expansion geholfen werden.

Umgekehrt hätte Mondelez von Hersheys starker Präsenz in den USA profitieren können. Der Erfolg des Angebots wurde von Analysten zu Beginn als hoch eingestuft, da 80% der Anteile von The Hershey Trust kontrolliert werden.

Eine feindliche Offerte hätte vor diesem Hintergrund von Vornherein kaum Chancen gehabt. Dennoch blitzte der Milka-Hersteller mit seinem Übernahme-Angebot bei dem Rivalen eiskalt ab.

Mondelez kämpft mit rückläufigen Umsätzen

Unterdessen läuft bei Mondelez nicht alles rund: Durch den Verkauf des Kaffee-Geschäfts, Probleme in Venezuela und Währungs-Effekte sank der Umsatz im 2. Quartal um knapp 18% auf 6,3 Mrd. Dollar.

Da der Konzern den Großteil seines Geschäfts außerhalb der USA macht, bekommt das Unternehmen den starken Dollar zu spüren. Durch die starke Heimat-Währung bleibt bei der Umrechnung der Auslands-Einnahmen weniger beim Konzern hängen.

Beim Gewinn sah das Bild allerdings besser aus: Dank rigider Kosten-Einsparungen der Gewinn auf 0,44 Dollar je Aktie an. Analysten waren im Vorfeld der Zahlen nur von 0,40 Dollar je Anteilsschein ausgegangen.

Mondelez will mit Milka in China punkten

Zugleich setzt der Schoko-Riese auf seine Expansion in China. Der Konsumgüter-Riese Mondelez ist zwar bereits seit 30 Jahren auf dem chinesischen Markt präsent, verkauft dort aber bislang nur geringe Mengen, u. a. Cadbury und Toblerone.

Die Einführung von Milka ist der erste großangelegte und ernstzunehmende Einstieg in den chinesischen Schokoladenmarkt.

Dabei gilt der chinesische Markt als hochattraktiv, da er immenses Wachstums-Potenzial verspricht. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in China nämlich noch außerordentlich gering.

Für Sie zum Vergleich: Die Chinesen essen pro Jahr gerade einmal 100 g Schokolade im Schnitt. In Österreich und Deutschland verputzen die Einwohner pro Kopf mehr als 8 kg, Schweizer Naschkatzen sogar über 10 kg pro Kopf und Jahr.

Kurs nimmt Angriff auf Allzeithoch

Nach den Zahlen stehen die Papiere mit 44,18 Dollar nur noch knapp unter dem Allzeithoch von 46 Dollar. Auf Sicht der vergangenen 5 Jahre stehen bei der Aktie immerhin Kursgewinne von gut 100% für Anleger in der Bilanz.

Damit hat die Aktie den S&P 500 Index um mehr als 30% hinter sich gelassen. Nach dem Kursanstieg wird das Unternehmen mit dem 25-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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