Money-Game: Wenn die EZB den Leitzins anhebt

Mitte März 2017 erhöhte die amerikanische Zentralbank den Leitzins um 0,25% Prozent auf eine Spanne zwischen 0,75 – 1% an.

Im Euroland liegt dieser aktuell bei 0,00%.

Doch schon im Juni will die Federal Reserve nachlegen. 2 weitere Anhebungen könnten danach folgen.

Wenn Sie jetzt vielleicht denken, was interessiert mich das, müssen wir Sie eines Besseren belehren. Dazu gleich mehr.

Schwere Auswirkungen durch Leitzins-Anhebung

Sie wissen jetzt, dass durch die Anhebung des Leitzinses die Prognose für das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Keller ging – und zwar auf 0,9%, dem niedrigsten seit fast 4 Jahrzehnten.

Wir haben Ihnen auch gezeigt, dass die Zins-Anhebung unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsbanken hat.

Denn diese entspricht letztlich einer Verteuerung der Geldschöpfung, die an die Märkte weitergegeben wird, sprich: natürlich auch an die Bankkunden.

Was, wenn die EZB den Leitzins anhebt?

Stellen Sie sich jetzt einen Moment vor, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in die Höhe treibt.

Unwahrscheinlich? – Ganz im Gegenteil: Selbst wenn die EZB noch im Dezember 2016 bekanntgab, neue Anleihenkäufe mit Milliarden-Volumen durchzuführen.

Damit würde zwar eine Zins-Erhöhung in weiter Ferne liegen, aber:

Eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau wäre eine gefährliche und weitere Belastung für den Euro.

Deshalb sind viele Experten der Ansicht, dass auch in Europa zwangsläufig eine Leitzins-Erhöhung folgen muss.

So wirkt sich die Erhöhung des Leitzinses auf Sie aus

Das, was jetzt auf die Amerikaner zukommt, kann also auch hierzulande eintreffen – und zwar schneller als Sie denken.

Wie bereits angesprochen, werden in den USA (und auch in Europa, wenn es soweit kommen sollte) die Geschäftsbanken die höheren Zinskosten an ihre Kunden weitergeben.

Konkret:

Zinsraten für Hypotheken, Kreditkarten-Kredite und Kredite an kleinere Betriebe, um einmal das Wichtigste zu nennen, werden von den Banken erhöht werden – freilich nicht auf einmal, sondern schrittweise.

Schon jetzt negative Folgen durch die Leitzins-Erhöhung

Eine US-amerikanische Umfrage ergab ein recht düsteres Bild:

Denn schon jetzt sind 50% aller Hausbesitzer angesichts eines weiter steigenden Leitzinses um ihre finanziellen Kapazitäten besorgt und rund 80% der potentiellen Hauskäufer ebenso.

Viele Immobilien-Eigentümer – und solche, die es noch werden wollen – dürfen also zittern, wie die Zins-Entwicklung weitergeht.

Schlechte Aussichten für den Immobilienmarkt

Keine guten Aussichten also für den Immobilienmarkt:

Die Banken werden aufgrund der höheren Zinsen bei der Vergabe von Krediten zu Recht zurückhaltender werden.

Ganz bestimmt wollen sie nicht wieder denselben Fehler machen, wie bereits bei der 1. globalen Finanzkrise, deren Ursprung genau in diesem Segment lag.

22. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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