Mongo.DB: Alternativer Datenbankanbieter mit deutlichen Kursabgaben

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Mongo.DB könnte die Datenbanklandschaft revolutionieren. Aber momentan ist die Aktie des alternativen Datenbankanbieters im Konsolidierungsmodus. (Foto: Trong Nguyen / shutterstock.com)

Hochgelobt und tief gefallen wäre wohl etwas zu weit gegriffen, aber schmerzhaft dürfte der jüngste Kursverlust zumindest für die Neueinsteiger bei der MongoDB-Aktie trotzdem gewesen sein. Immerhin ging der Kurs seit dem Jahreshoch um 27% in die Knie. Anleger sollten aber auch sehen, dass der Kurs seit Anfang 2008 von 25 Dollar bis auf 423 Dollar in der Spitze regelrecht durch die Decke gegangen ist (aktueller Kurs: 306 Dollar). Ungeachtet einer beeindruckenden Geschäftsentwicklung sollte jedem Anleger bei solch einer Kursentwicklung klar sein, dass starke zwischenzeitliche Kursrücksetzer nicht nur möglich, sondern in jedem Fall zu erwarten sind.

Mongo.DB könnte die Datenbanklandschaft revolutionieren

Auch wenn die Aktie mittlerweile auf einen Börsenwert von über 18 Milliarden Dollar kommt, hierzulande dürfte das Unternehmen eher nur technologieorientierten Investoren ein Begriff sein. Dabei will der Konzern nichts anderes als die althergebrachte Datenbankwelt revolutionieren. Bedenken Sie: Die marktführenden Datenbankprodukte sind im Kern nach wie vor relationale Datenbanken und basieren damit auf einem mehr als 40 Jahre alten Konzept. Auch heute noch ist dies die Basis für die Datenhaltung in den allermeisten Software-Applikationen.

Alle diese etablierten Systeme basieren darauf, dass die Daten in einem gewissen Schema in Tabellen angeordnet werden und dann mit der Abfragesprache SQL ausgelesen beziehungsweise bearbeitet werden. Doch inzwischen führen vor allem neue Real-Time-Anwendungen die klassischen relationalen Datenbanken an ihre Grenzen.

NoSQL gehört die Zukunft

Die althergebrachten SQL-Datenbanken können komplexe Datenstrukturen, die in höchster Geschwindigkeit verarbeitet werden müssen, nur begrenzt gut verarbeiten. Hier kommen sogenannte NoSQL-Datenbanken ins Spiel. Denn nicht-relationale Datenbanken (NoSQL) haben bei der Verarbeitung von großen Datenmengen einen Geschwindigkeitsvorteil. Die Datenbank-Lösung von MongoDB findet entsprechend reißenden Absatz.

MongoDB profitiert zudem davon, dass immer mehr klassische Software-Anwendungen zukünftig nicht mehr im eigenen Rechenzentrum betrieben sondern auf eine cloud-basierte Lösung umgestellt werden.

Konzern meldet kräftige Zuwachsraten

Die vergangenen Jahre zeigen es: MongoDB wächst und wächst. Seit 2016 vervielfachten sich die Erlöse von 65,3 auf 590 Millionen Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Unter dem Strich verharrte der Konzern, was nicht unüblich ist in dem frühen Unternehmensstadium, noch tief in der Verlustzone (-266 Millionen Dollar).

Gewinnzone noch weit entfernt

Im gerade abgelaufenen vierten Quartal hielt die hohe Wachstumsdynamik unverändert an. Mit 171 Millionen Dollar gingen 38% mehr an Umsatz durch die Bücher als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Übrig blieb ein Nettoergebnis von minus 75,8 Millionen Dollar (Vorjahr: – 62,56 Mio. Dollar) bzw. ein Ergebnis je Aktie von minus 1,25 Dollar (Vorjahr: -1,10 Dollar). Ende letzten Quartals verfügte MongoDB noch über 958,3 Millionen Dollar an Liquidität.

Wachstumsdynamik lässt nach

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres erwartet MongoDB einen Umsatz in der Bandbreite von 167 bis 170 Millionen Dollar. (Vorjahr: 130 Mio. Dollar). Das Ergebnis je Aktie des Softwareunternehmens soll bei -0,36 bis -0,39 Dollar liegen. Der US-Datenbanksoftware-Spezialist rechnet unterdessen für das Gesamtjahr mit einem Unternehmensumsatz in der Bandbreite von 745 bis 765 Millionen Dollar. Für das Ergebnis je Aktie (Non-GAAP) werden minus 1,39 bis minus 1,55 US-Dollar eingeplant.

Fazit: Die Analyse von Daten gewinnt immer stärker an Bedeutung. Anstatt Informationen für SQL-Abfragen nur in aufgeräumten Zeilen und Spalten zu organisieren, suchen Entwickler nach Datenbanken, die ihnen bei der Analyse unstrukturierter Daten helfen. Hier kommt MongoDB mit seinen innovativen Datenbanklösungen ins Spiel. Jetzt muss der Konzern zeigen, dass die Cloud-basierte Plattform skaliert und in die Profitabilität gebracht werden kann. Bis dahin gilt weiter: Hohen Chancen stehen auch hohe Kursrisiken gegenüber. Das sollten sich die Investoren auch bei der Mongo.DB-Aktie jeden Tag wieder ins Bewusstsein rufen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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