Mongo.DB: Alternativer Datenbankanbieter mit deutlichen Kursabgaben

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MongoDB: Aktie des alternativen Datenbankanbieters trotz starken Wachstumszahlen im Korrekturmodus. Gewinnschwelle bleibt vorerst in weiter Ferne. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Hochgelobt und tief gefallen wäre wohl etwas zu weit gegriffen, aber schmerzhaft dürfte der jüngste Kursverlust zumindest für die Neueinsteiger bei der MongoDB-Aktie trotzdem gewesen sein. Immerhin ging der Kurs seit dem Jahreshoch im Juni um 29% in die Knie. Anleger sollten aber auch sehen, dass der Kurs seit Anfang 2008 von 25 Dollar bis auf 174 Dollar in der Spitze regelrecht durch die Decke gegangen ist. Ungeachtet einer beeindruckenden Geschäftsentwicklung sollte jedem Anleger bei solch einer Kursentwicklung klar sein, dass starke Kursrücksetzer nicht nur möglich, sondern in jedem Fall zu erwarten sind.

Mongo.DB könnte die Datenbanklandschaft revolutionieren

Auch wenn die Aktie mittlerweile auf einen Börsenwert von über 6 Milliarden Dollar kommt, hierzulande dürfte das Unternehmen eher nur technologieorientierten Investoren ein Begriff sein. Dabei will der Konzern nichts anderes als die althergebrachte Datenbankwelt revolutionieren. Bedenken Sie: Die marktführenden Datenbankprodukte sind im Kern nach wie vor relationale Datenbanken und basieren damit auf einem mehr als 40 Jahre alten Konzept. Auch heute noch ist dies die Basis für die Datenhaltung in den allermeisten Software-Applikationen.

Alle diese etablierten Systeme basieren darauf, dass die Daten in einem gewissen Schema in Tabellen angeordnet werden und dann mit der Abfragesprache SQL ausgelesen beziehungsweise bearbeitet werden. Doch inzwischen führen vor allem neue Real-Time-Anwendungen die klassischen relationalen Datenbanken an ihre Grenzen.

NoSQL gehört die Zukunft

Die althergebrachten SQL-Datenbanken können komplexe Datenstrukturen, die in höchster Geschwindigkeit verarbeitet werden müssen, nur begrenzt gut verarbeiten. Hier kommen sogenannte NoSQL-Datenbanken ins Spiel. Denn nicht-relationale Datenbanken (NoSQL) haben bei der Verarbeitung von großen Datenmengen einen Geschwindigkeitsvorteil. Die Datenbank-Lösung von MongoDB findet entsprechend reißenden Absatz.

MongoDB profitiert zudem davon, dass immer mehr klassische Software-Anwendungen zukünftig nicht mehr im eigenen Rechenzentrum betrieben sondern auf eine cloud-basierte Lösung umgestellt werden.

Konzern meldet kräftige Zuwachsraten

Die vergangenen Jahre zeigen es: MongoDB wächst und wächst. Seit 2016 vervielfachten sich die Erlöse von 65,3 auf 267 Millionen Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Unter dem Strich verharrte der Konzern, was nicht unüblich ist in dem frühen Unternehmensstadium, noch tief in der Verlustzone (-99 Millionen Dollar).

Gewinnzone noch weit entfernt

Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal hielt die hohe Wachstumsdynamik unverändert an. Mit 99,4 Millionen Dollar gingen 66% mehr an Umsatz durch die Bücher als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Der Verlust der Mongo.DB im zweiten Quartal stieg auf 37,3 Millionen Dollar oder 67 Cent pro Aktie von 27,8 Millionen Dollar oder 54 Cent pro Aktie im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung von aktienbasierten Vergütungen und anderen Posten betrug der Verlust 26 Cent pro Aktie.

Für das Gesamtjahr rechnet die Konzernführung ebenfalls mit weiteren Verlusten. So wurde gerade die Umsatzprognose auf 390 bis 395 Millionen Dollar angehoben (alte Prognose: 375 bis 381 Mio. Dollar). Unterdessen soll der Verlust zwischen 1,06 und 1,11 Dollar je Aktie liegen und damit in etwa auf dem Niveau der bisherigen Prognose.

Fazit: Die Analyse von Daten gewinnt immer stärker an Bedeutung. Anstatt Informationen für SQL-Abfragen nur in aufgeräumten Zeilen und Spalten zu organisieren, suchen Entwickler nach Datenbanken, die ihnen bei der Analyse unstrukturierter Daten helfen. Hier kommt MongoDB mit seinen innovativen Datenbanklösungen ins Spiel. Mehr als 60 Millionen Nutzer haben bereits die kostenlose Datenbank von MongoDB heruntergeladen, eine riesige kritische Masse, auf der das Unternehmen aufbauen kann.

Diese zunehmende Traktion hat sich in zahlende Unternehmensnutzer verwandelt, die nach Größe und Ressourcen der Bereitstellung und nicht nach teuren Lizenzgebühren abgerechnet werden. Für das Gesamtjahr liegt das angepeilte Umsatzwachstum bei 50%. Jetzt muss der Konzern zeigen, dass die Cloud-basierte Plattform skaliert und in die Profitabilität gebracht werden kann. Bis dahin gilt weiter: Hohen Chancen stehen auch hohe Kursrisiken gegenüber. Das sollten sich die Investoren auch bei der Mongo.DB-Aktie jeden Tag wieder ins Bewusstsein rufen.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.