Morning Break Out: Eine einfache aber profitable Handelsstrategie

Wir schauen uns hierbei nur die erste Handelsstunde im DAX-Future an und setzen direkt danach unsere Kauf- oder Verkauf-Order. Ganz einfach und genial. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Muss es denn immer kompliziert sein? Tausende von Fundamental-Daten wälzen, Charts analysieren, Trendlinien ziehen, Oszillatoren und Trendfolger betrachten und am Ende ist die Trefferquote doch nur etwa 50:50.

Dass es auch anders gehen kann, zeigen viele Trader. Die machen sich nicht die Mühe jeden Tag stundenlang vor den Charts zu sitzen. Sie konzentrieren sich immer nur auf einen Punkt und traden diesen gleich am Morgen. Danach haben sie Feierabend. Wäre doch schön, wenn das so leicht funktionieren könnte!

Weniger ist mehr

Sie selbst haben damit sicher am meisten Spaß, wenn der wenige – aber effektive – Aufwand belohnt wird. Ähnlich wie beim 5-Minuten-Trader und 30-Prozent-Trader von Michael Sturm. Dort gibt es sogar meist nur am Montag ein Handelssignal für Optionen. Für das brauchen Sie jetzt dank dem One-Click-Trading nicht einmal mehr 5 Minuten. Da sind die Kontrakte schon für Sie eingestellt. Sie müssen nur noch die Positionsgröße bestimmen und kaufen. Optionenhandel kann so einfach sein.

Aber zurück zum Thema. Nehmen wir dazu den DAX. Wir schauen uns immer nur die Kurse des DAX-Futures zwischen 9 und 10 Uhr an. Die Stundenkerze gibt uns die Einstiegspunkte für unseren Trade. Steigen die Kurse danach über deren Hoch – gehen wir Long. Fallen sie unter das Tief – gehen wir Short. Soweit eigentlich ganz einfach. Das ist dann auch der einzige Trade, den Sie den ganzen Tag machen.

Sie können beide Positionen nach 10 Uhr direkt eingeben. Je nachdem, welche Linie zuerst überschritten wird, hier wird dann das Signal ausgelöst. Das andere sollten sie dann logischerweise löschen. Wir wollen ja nur einen Trade. Nicht, dass die Kurse erst nach oben steigen und das Long-Signal aktivieren und im Laufe des Tages wieder fallen, wir ausgestoppt werden und dann das Short-Signal aktivieren. Ein Trade reicht wie gesagt.

Take Profit und Stop Loss beim Morning Break Out

Dazu betrachten wir die gehandelte Bandbreite der 60 Minuten zwischen 9 und 10 Uhr. Diesen Bereich setzen wir als Ziel noch einmal auf unsere Break-Out-Linie. Hat der DAX sich also zwischen 9 und 10 Uhr um 100 Punkte bewegt und steigt danach an, stelle ich mein Take Profit 100 Punkte über das bisherige Stundenhoch. Den Stop Loss setze ich 50 Punkte darunter. Sie merken schon: das klassische Gewinn-Verlustverhältnis von 2 zu 1.

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Ein konkretes Beispiel: Zwischen 9 und 10 Uhr verläuft der DAX von 12.300 bis 12.400 Punkte. Unsere Handelsspanne sind also 100 Punkte. Über 12.400 setze ich jetzt die Kauforder und bei 12.500 Punkten liegt mein Take Profit. Bei 12.350 – also der halben Handelsspanne – ist mein Stop Loss.

Den Trade managen: Was, wenn es anders läuft?

Manchmal ist einfach so viel Action im Markt in der ersten Handelsstunde, dass die Kurse danach keine 100 Punkte zum Take Profit mehr schaffen. Was machen wir dann? Nun, einerseits können wir den Stop Loss nachziehen. Ist die Position bereits zur Hälfte im Plus, stellen wir den Stop Loss auf Einstand. Als kleinen Kniff können Sie sich ein paar Punkte gönnen, damit sie die Handelskosten reingeholt und einen kleinen Gewinn garantiert haben.

Sollte bis 21 Uhr die Position immer noch offen sein – können Sie diese entweder direkt schließen, oder es zeitlich so einstellen, dass sie auf jeden Fall vor Handelsende geschlossen wird. Falls das Ihr Broker erlaubt. Einfacher ist es natürlich, einfach vor dem ins Bett gehen, den Sack zuzumachen und sich keine Gedanken mehr über den Trade machen zu müssen.

Ganz wichtig: Bei dieser Handelsstrategie halten Sie keine Position über Nacht! Denn wir wollen ja nur die erste Handelsstunde spielen und den Effekt, den sie auf den Tag hat.

Sie müssen das übrigens nicht unbedingt mit dem DAX machen. Das kann auch mit einzelnen Aktien und anderen Märkten funktionieren. Achten Sie dabei aber darauf, wann die erste Handelsstunde ist. Die sind bei Rohstoffen, dem NASDAQ 100 oder Währungspaaren natürlich komplett anders als beim DAX.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.