Morphosys-Aktie: Deutscher Biotech-Konzern nach Zulassung im Höhenflug

Morphosys gelingt der lang ersehnte Befreiungsschlag. Welcher das ist und alles Weitere rund um Konzern und Aktie lesen Sie hier: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Dass Biotechnologie-Aktien nichts für schwache Nerven sind, können Sie sich bestimmt vorstellen.

V. a. die deutschen Branchen-Unternehmen hatten es in der Vergangenheit schwer. Oft warteten Anleger vergeblich auf den Durchbruch.

Die Gewinnschwelle zu erreichen ist für viele der Firmen zu einer wahren Mammut-Aufgabe geworden.

Es ist also kein Wunder, dass zahlreiche Konzerne in der Versenkung verschwinden oder sich von einer Kapital-Erhöhung zur nächsten retten.

Beim deutschen Biotechnologie-Konzern Morphosys könnte sich jetzt eine positive Wende abzeichnen.

Nach nunmehr 25 Jahren ist dem Konzern nämlich der Durchbruch gelungen:

Die 1. Medikamenten-Zulassung in den USA beförderte den Aktienkurs am Freitag kräftig nach oben.

Nach einem Tages-Plus von rund 7% steigt der Marktwert des Konzerns wieder auf knapp 2 Mrd. €.

Morphosys im Porträt

Morphosys aus Martinsried bei München wurde im Jahre 1992 gegründet.

Es ist ein Biotech-Unternehmen, das auf die Entwicklung von Antikörper-basierten Produkten für die pharmazeutische Industrie spezialisiert ist.

Die firmeneigene Antikörper-Technologie wird eingesetzt, um neue Arzneimittel für die Behandlung von diesen und anderen Erkrankungen herzustellen:

  • Krebs,
  • Autoimmun-Krankheiten,
  • Infektionen,
  • verschiedene Entzündungen,
  • etc.

Die Technologie-Plattform ist eine rein humane kombinatorische Antikörper-Bibliothek, die für Partner auf Lizenz-Basis erhältlich ist und in deren Forschungsstätten eingesetzt werden kann.

Die Technologie ermöglicht es exakt maßgeschneiderte Antikörper für bestimmte Therapien zu generieren.

Mittel gegen Schuppenflechte erhält die Zulassung

Jetzt hat der Lizenznehmer Janssen Research & Development die Verkaufs-Genehmigung für Tremfya zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte bei Erwachsenen durch die Arzneimittel-Behörde FDA in den USA erhalten.

Das Besondere an dem Deal: Das Mittel ist auf Basis von Morphosys‘ Antikörper-Bibliothek HuCAL entwickelt worden.

Sie ahnen bestimmt, worauf das Ganze hinausläuft:

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Morphosys erhält nicht nur eine Meilenstein-Zahlung, sondern auch für die kommende Jahre eine Umsatz-Beteiligung an den Verkäufen.

Analysten sehen deutliches Potenzial

Genaue finanzielle Einzelheiten wurden bislang nicht bekanntgegeben. Firmenchef Simon Moroney bezeichnete die Lizenz-Einnahmen aber als „sehr interessant“.

Experten gehen davon aus, dass sich die Umsatz-Beteiligung im mittleren 1-stelligen Prozentbereich bewegt.

Analysten rechneten mit einem Umsatz-Potenzial des Medikaments in der Spitze weltweit zwischen 1 und 2 Mrd. € pro Jahr, wobei 40 – 50% auf die USA entfallen könnten.

Hohe Forschungs-Kosten drücken auf den Gewinn

Die erwarteten Einnahmen kann der Münchener Biotechnologie-Konzern auch gut gebrauchen.

Denn zuletzt drückten hohe Forschungs-Kosten die Firma deutlich ins Minus; allein für das aktuelle Jahr erwartet Firmenchef Moroney Forschungs-Ausgaben in Höhe von 95 Mio. €.

Der operative Verlust dürfte sich deshalb auf 75 – 85 Mio. € erhöhen, der Umsatz sollte bei 46 – 51 Mio. liegen.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Jahr schrieb der Konzern bei knapp 50 Mio. € Umsatz einen Verlust in Höhe von 59,86 Mio. €.

Eigene Produkte sollen für zusätzliches Wachstum sorgen

In Zukunft will Morphosys seine eigenen Produkte verstärkt vorantreiben:

So soll etwa in diesem Jahr die dritte und damit letzte Phase der klinischen Entwicklung mit dem Blutkrebs-Mittel MOR208 gestartet werden.

Auch das Alzheimer-Medikament Gantenerumab, das zusammen mit dem Schweizer Pharma-Riesen Roche entwickelt wird, könnte für Vortrieb sorgen.

Hier laufen derzeit 2 Studien in der klinischen Phase 3, der letzten Hürde vor einer möglichen Zulassung.

Fazit

Mit der Zulassung hat Morphosys einen wichtigen Meilenstein in der Firmengeschichte erreicht.

Allerdings operiert der Konzern weiterhin in der Verlustzone und wird durch hohe Ausgaben in die eigene Entwicklung von Medikamenten belastet.

Sollten diese nicht erfolgreich sein, dann dürfte dies den Kurs spürbar unter Druck setzen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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