Morphosys Aktie: Neuer Wirkstoff macht Hoffnung

Die Morphosys Aktie ist auf den höchsten Stand seit 2014 geklettert – obwohl das Unternehmen für 2018 mit höheren Verlusten rechnet. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Morphsys warnt für das laufende Jahr vor einer Ausweitung der Verluste – und die Aktie schnellt auf ein neues Mehrjahreshoch. Was auf den ersten Blick paradox klingt, hängt damit zusammen, dass das Biotech-Unternehmen womöglich vor einem großen Durchbruch steht und diese nun erst einmal Investitionen verschlingt.

Hoffnungsträger ist der Antikörper Mor 208, der zurzeit an Blutkrebspatienten getestet wird und dem die US-Zulassungsbehörde FDA erst vor wenigen Monaten den Status als „Therapiedurchbruch“ bescheinigt hat. Dieser Sonderstatus ermöglicht ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Erwartet wird die Markteinführung für das Jahr 2020, bis dahin muss das Medikament noch weitere Testphasen durchlaufen.

Neue Einnahmequelle: Lizenzgebühren

Mit dem Vertrieb hauseigener Antikörper betritt Morphosys neues Terrain, sehr zur Freude der Anleger. Denn im Gegensatz zur Auftragsforschung für externe große Pharmakonzerne – die weiterhin zusätzlich betrieben wird – kann Morphosys durch eigene Mittel direkt von den Gewinnen aus Verkäufen profitieren.

Im vergangenen Jahr hat Morphosys auf diese Weise in Kooperation mit dem Pharmakonzern Johnson & Johnson ein Medikament gegen Schuppenflechte mit Namen Tremfya auf den Markt gebracht. Janssen, eine Tochterfirma von Johnson & Johnson, fungiert dabei als Lizenzpartner, Morphosys kassiert Tantiemen für die verkauften Einheiten.

Das Geschäftsmodell soll künftig zusätzliche Einnahmen in die Kassen des Unternehmens mit Sitz in Bayern spülen. Anleger und Analysten zeigten sich zuletzt zuversichtlich, trotz der erwarteten steigenden Verluste im laufenden Jahr.

Morphosys Aktie steigt auf Mehrjahreshoch

Mit rund 85 Euro kostete die im TecDax gelistete Morphosys Aktie zuletzt so viel wie seit 2014 nicht mehr. Auf Jahressicht hat sich ihr Wert um knapp 50 Prozent gesteigert. Gelingt der Durchbruch, ist zudem durchaus noch Luft nach oben vorhanden.

Etliche Analysten sprachen zuletzt Kaufempfehlungen für das Papier aus, die Kursziele lagen dabei überwiegend im Bereich zwischen 93 Euro (Oddo Seydler Bank) und 100 Euro (JP Morgan).

Die Biotech-Branche boomt seit einigen Jahren. Allerdings sind die forschenden Unternehmen hohen finanziellen Schwankungen ausgesetzt. Ehe ein Durchbruch gelingt und hohe Einnahmen in die Bilanz spült, sind zunächst in der Regel mehrjährige hohe Investitionen vonnöten, ohne Garantie auf Erfolg.

Umso wichtiger ist es, nach Möglichkeit mehrere vielversprechende Projekte in der Pipeline zu haben, was Morphosys zuletzt immer besser gelingt. So sahen sich Anleger auch in der Lage, einen Jahresverlust von 67,6 Millionen Euro (nach minus 59,9 Millionen im Vorjahr) für 2017 zu verzeihen. Das Ergebnis lag im firmenintern angestrebten Rahmen und fiel sogar etwas besser aus, als Analysten erwartet hatten.

Der Umsatz stieg zudem um 34 Prozent auf 66,8 Millionen Euro an, was neben Meilenstein- und Vorabzahlungen auch durch die neuen Lizenzgebühren begünstigt wurde.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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