MorphoSys: Der Liebling der Pharma-Giganten

Gestern habe ich Ihnen mit Medigene eine spekulative Biotech-Aktie vorgestellt, die nichts für schwache Nerven ist. Heute möchte ich Ihnen einen weiteren deutschen Wert aus der Branche vorstellen, der nicht ganz so volatil, dafür aber nicht minder interessant ist: MorphoSys. Bei dem Biotech-Konzern beeindruckt vor allem die Liste der Pharmagiganten als Kooperationspartner.

Kurzportrait

MorphoSys nimmt eine führende Position in der Entwicklung sogenannter humaner Antikör-per ein. Dabei handelt es sich um Proteine (Eiweiße), die der Körper in Reaktion auf Antigene selbst entwickelt und die gegen Viren und Bakterien wirken. Die im Labor reproduzierten Antikörper kommen sowohl in der Forschung und Diagnostik als auch bei der Therapie von Krankheiten wie Krebs, Infektionserkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen und Ent-zündungen zum Einsatz.

Mit mehr als 100 verschiedenen Wirkstoffen in der Entwicklung verfügt MorphoSys über eine der größten Antikörper-Pipelines der Biotechbranche. Der große Vorteil von Antikörpern gegenüber der konventionellen Medizin ist ihre zielgerichtete Wirkung. Diese künstlich erzeugten Proteine (Eiweiße) lassen sich so „programmieren“, dass sich ihre Wirkung ausschließlich auf befallene Zellen beschränkt und so beispielsweise die Nährstoffversorgung von Tumoren blockiert.

Umfassende Anwendungsgebiete

Das wichtigste Anwendungsgebiet für die Antikörper von MorphoSys ist die Bekämpfung diverser Krebsarten, diese richten sich gegen mehrere Arten der Leukämie, Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, multiples Myelom und Prostatakrebs.

Weitere Anwendungsgebiete für die Antikörper von MorphoSys sind u.a. Rheumatoide Arthritis, Alzheimer, Schuppenflechte, Osteoporose, Asthma und Thrombose. Wenn Sie sich einmal die vollständige Liste ansehen möchten, empfehle ich Ihnen die informative Homepage von MorphoSys.

Zahlreiche Weltkonzerne als Kooperationspartner

Bei Entwicklern von Antikörpern lässt sich die Qualität der Produkte gut an den Namen der Kooperationspartner ablesen. Diesbezüglich steht MorphoSys ausgezeichnet da: Zu den Kooperationspartnern zählen Weltkonzerne wie Pfizer, Novartis, Roche, Bayer, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Merck und Boehringer Ingelheim (nicht börsennotierter deutscher Pharma-Konzern, der etwa so groß ist wie die Pharma-Sparte von Bayer). Zum Teil haben sich diese Konzerne gleich Lizenzen für mehrere MorphoSys-Antikörper gesichert, bei Novartis ist die Zahl beispielsweise zweistellig.

Die Schwächephase der Aktie scheint überstanden

2015 sowie das erste Halbjahr 2016 waren keine gute Zeiten für MorphoSys-Aktionäre: Einige Rückschläge in der Forschung sorgten für eine Halbierung des Aktienkurses. Inzwischen scheint das Schlimmste überstanden. Seit Herbst 2016 geht es wieder aufwärts.

Derzeit ist die Anlegerstimmung für die MorphoSys-Aktie wieder recht gut. Doch bei Biotech-Aktien kann sich dies sehr schnell ändern. Wie es weiter geht, wird in erster Linie von den kommenden Ergebnissen der medizinischen Studien abhängen. Ganz so volatil wie die gestern vorgestellte Medigene-Aktie ist MorphoSys zwar nicht. Jedoch sollten Sie auch hier als Anleger eine gewisse Portion Mut mitbringen.

30. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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