MorphoSys schwimmt auf einer Erfolgswelle

Die MorphoSys-Aktie zeigt sich gerade in blendender Verfassung. Mit den zahlreichen positiven Nachrichten im Rücken ist dies auch kein Wunder.

Potenzial für weitere Kurssteigerungen ist in jedem Fall vorhanden. Allerdings sollten Sie aber auch das Risiko nicht außer Acht lassen.

1. Medikament mit MorphoSys-Antikörper erhält Zulassung

Mitte Juli dürften bei MorphoSys viele Sektkorken geknallt haben. Denn das deutsche Biotech-Unternehmen feierte einen Meilenstein in der Firmengeschichte:

MorphoSys‘ Kooperations-Partner Janssen (eine Tochter des Weltkonzerns Johnson & Johnson) hatte von der US-Gesundheits-Behörde die Zulassung für sein Schuppenflechte-Medikament Guselkumab erhalten (in den USA vertrieben unter der Marke Tremfyra).

Das Besondere daran: Es handelt sich dabei um das 1. zugelassene Medikament, das mit MorphoSys-Antikörper-Technologie entwickelt wurde.

MorphoSys erhält von Janssen dafür eine sogenannte Meilenst-Einzahlung, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde.

Zusätzlich gibt es für MorphoSys eine Umsatz-Beteiligung an den Verkaufs-Erlösen.

Analysten schätzen das Marktpotenzial auf 1,5 Mrd. € pro Jahr. Mit einer Beteiligung daran wird MorphoSys somit in neue Dimensionen wachsen.

Chancen auf Zulassung in Europa gestiegen

Aber damit nicht genug: Janssen arbeitet daran die Zulassung auch in Europa zu erhalten.

Vergangene Woche hat Tremfya vom europäischen Arzneimittel-Ausschuss CHMP eine Empfehlung für die Zulassung erhalten.

Dies bedeutet zwar noch nicht zwingend, dass es auch zur (schnellen) Zulassung durch die EU-Behörde kommt, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit dafür.

Außerdem will Janssen die Indikationen (Anwendungsgebiete) des Medikaments erweitern.

Zu diesem Zweck wurden gerade 2 neue Studien gestartet, wofür MorphoSys erneut Meilenst-Einzahlungen kassiert.

Kapitalmarkt-Tag bringt der Aktie Rückenwind

Rückenwind für MorphoSys brachte zuletzt auch der Kapitalmarkt-Tag, bei dem sich das Unternehmen vor Analysten in London präsentierte.

Der Konzern gewährte dabei einen Einblick in die Entwicklung seiner Forschungs-Pipeline:

Bei den Blutkrebs-Antikörpern MOR208 und MOR202 geht es nach Firmen-Angaben gut voran.

Für MOR208 liegen vielversprechende Studiendaten vor, die eine Zulassung 2020 möglich erscheinen lassen.

Und bei MOR202 arbeitet MorphoSys derzeit an einer weiteren Partnerschaft.

Heute schon zahlen Weltkonzerne wie Pfizer, Novartis, Bayer, Roche und GlaxoSmithKline MorphoSys Lizenz-Gebühren, um deren Antikörper-Technologie zu nutzen.

Kommt es zu einer weiteren Zusammenarbeit mit einem Pharma- oder Biotech-Giganten, würde dies den nächsten Kursschub für die Aktie auslösen.

MorphoSys ist auf einem guten Weg, in neue Dimensionen zu wachsen

Die Umsatz-Beteiligung an Tremfyra wird MorphoSys in Zukunft regelmäßig Geld in die Kasse spülen – für einen Konzern, der bisher nur in der Forschung tätig war, ein Riesenfortschritt.

Trotz der zuletzt starken Entwicklung der Aktie sehe ich diese Aussichten noch nicht ausreichend im Aktienkurs gewürdigt. Potenzial für dreistellige Aktienkurse ist auf jeden Fall vorhanden.

Wenn Sie sich für die Aktie interessieren, sollten Sie allerdings das erhöhte Risiko eines Investments in eine forschende Biotech-Firma nicht außer Acht lassen:

Sollte eine klinische Studie einmal nicht das erwünschte Ergebnis einbringen, kann es zu einem deutlichen Kursrücksetzer kommen!


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28. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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