MorphoSys zeigt eine beeindruckende Stärke

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Einige wenige Aktien stemmen sich derzeit gegen den schwachen Gesamtmarkt. MorphoSys zählt dazu. (Foto: Motortion Films / shutterstock.com)

Die Aktienmärkte sind zuletzt wieder in den Korrekturmodus übergegangen. In Anbetracht der hohen Zugewinne – vor allem im Technologiebereich – braucht Sie dies aber nicht zu beunruhigen. Wir erleben eine vollkommen gesunde Korrektur, die mittel- bis langfristig positiv ist, da die Aktienmärkte vor einer Überhitzung bewahrt werden.

Aber auch in schwächeren Börsenphasen wie dieser gibt es Aktien, die gegen den Trend Stärke zeigen. Eine davon möchte ich Ihnen heute vorstellen: Die MorphoSys-Aktie ist erst kürzlich über die 100 Euro-Marke geklettert – und hat diese bislang erfolgreich verteidigt.

Kurzportrait

Der TecDAX-Wert MorphoSys nimmt eine führende Position in der Entwicklung sogenannter humaner Antikörper ein. Dabei handelt es sich um Proteine (Eiweiße), die der Körper in Reaktion auf Antigene selbst entwickelt und die gegen Viren und Bakterien wirken. Die im Labor reproduzierten Antikörper kommen sowohl in der Forschung und Diagnostik als auch bei der Therapie von Krankheiten wie Krebs, Infektionserkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen und Entzündungen zum Einsatz.

Mit mehr als 100 verschiedenen Wirkstoffen in der Entwicklung verfügt MorphoSys über eine der größten Antikörper-Pipelines der Biotechbranche. Das wichtigste Anwendungsgebiet für die Antikörper von MorphoSys ist die Bekämpfung diverser Krebsarten, diese richten sich gegen mehrere Arten der Leukämie, Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, multiples Myelom und Prostatakrebs.

Seit den dreistelligen Kursen im Jahr 2000 hat sich eine Menge getan

Die MorphoSys-Aktie notiert nicht zum ersten Mal im dreistelligen Kursbereich. Im Jahr 2000 lag der Kurs ebenfalls jenseits der 100-Euro-Marke. Im Unterschied zu damals, als die Aktie vollkommen überbewertet und nach oben gepusht war, hat der Wert sich sein Kursniveau heute verdient.

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Denn inzwischen hat das erste mit Hilfe der MorphoSys-Antikörper-Technologie entwickelte Medikament seine Zulassung erhalten. Es handelt sich um das Schuppenflechtemittel Guselkumab, das von Kooperationspartner Janssen (eine Tochter des Weltkonzerns Johnson & Johnson) vertrieben wird. Analysten schätzen das jährliche Umsatzpotenzial auf 1,5 Mrd. Euro, an denen MorphoSys eine Beteiligung erhält.

Auch bei anderen Wirkstoffen geht es voran, wie jüngste Daten belegen: Erst Mitte Juni legte der Biotech-Konzern positive Studiendaten für MOR208 (Blutkrebs) und MOR202 (multiples Myelom) vor. In beiden Studienreihen sprachen die Patienten auf die Behandlung an und es zeigten sich keine unerwarteten schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Inzwischen setzen außerdem zahlreiche Weltkonzerne auf die Antikörper-Technologie von MorphoSys: Zu den Kooperationspartnern zählen Pfizer, Novartis, Bayer, Roche, Janssen  und GlaxoSmithKline.

Langfristig weiteres Kurspotenzial

In den vergangenen 12 Monaten hat die MorphoSys-Aktie rund 2 Drittel an Wert hinzu gewonnen. Ein stolzer Anstieg, der erst einmal verdaut werden muss. Insofern kann ich mir vorstellen, dass die Aktie jetzt eine zwischenzeitliche Verschnaufpause einlegt.

Langfristig sehe ich jedoch weiteres Potenzial, beispielsweise durch neue Kooperationen. Einige Wirkstoffe bringt MorphoSys derzeit in Eigenregie voran. Bei entsprechend positiven Studienergebnissen dürften diese das Interesse potenzieller Kooperationspartner wecken und somit neues Geld in die Kasse spülen. Aus meiner Sicht bleibt MorphoSys die beste deutsche Biotech-Aktie.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.