MTU-Aktie: Aktie trotz Rekordzahlen unter Druck

MTU-Aktie: Triebwerksbauer trotz Rekordzahlen unter Druck. Firmenchef peilt weiteres Wachstum an. Ergebnisdynamik lässt aber nach (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die Aktie des größten deutschen Flugzeugtriebwerksbauer MTU Aero Engines hatte einen regelrechten Höhenflug erlebt. Nach 24% Kursplus in 2016 folgten 36% Zuwachs in 2017. Doch seither stockt es im Getriebe. Seit Jahresbeginn sehen sich Anleger mit einem Rückgang um 8% konfrontiert und dass trotz Rekordzahlen.

Worin liegt die Kursschwäche begründet? Handelt es sich um normale Gewinnmitnahmen? Wie steht es um die Zukunft des Technologiekonzerns und wie schätzen die Analysten das Kurspotenzial ein?

Weltweiter Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Hohe Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf-und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich  der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Anlauf-und Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft.

Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten. MTU’s neue GTF-Technologie reduziert Kraftstoffverbrauch, CO2 und Lärmemissionen und unterstützt somit die entsprechenden Anstrengungen vieler Airlines und erlaubt darüber hinaus geringere Betriebskosten.

MTU liefert abermals Rekordjahr ab

Die gerade gemeldeten Jahreszahlen waren durchaus beeindruckend. Denn die im Jahresverlauf zweimal angehobene Gewinnprognose konnte nochmals übertroffen werden. So kletterte der Umsatz im abgelaufenen Jahr um 6% auf gut 5 Milliarden Euro nach oben. Zugleich stieg das Betriebsergebnis um 21% deutlich überproportional. Der Nettogewinn legte unterdessen um 22% auf den Rekordwert von 382 Millionen Euro zu. Die Dividende soll nun von 1,90 auf 2,30 Euro wachsen.

Ergebniswachstum schwächt sich ab

Für das laufende Geschäftsjahr peilt Firmenboss Rainer Winkler zwar ein weiteres Rekordjahr an, aber mit nachlassender Ergebnisdynamik. Dies liegt vor allem am Nachholbedarf bei Triebwerken für die A320neo-Baureihe von Airbus, die im vergangenen Jahr mit technischen Problemen und Verzögerungen zu kämpfen hatte. Dieser Effekt sorgt für eine steigende Nachfrage im Großseriengeschäft, die mit geringeren Margen einhergeht.

Umsatztreiber im laufenden Jahr dürfte die Ausstattung neuer Verkehrsflugzeuge sein, sagte Winkler. Hier erwarte er ein Drittel mehr. Im Wartungsgeschäft rechnet MTU mit einem Plus von etwa 20%, im Ersatzteilgeschäft sollen es um die 5% sein. Im Militärgeschäft, zu dem vor allem der Antrieb des Eurofighters zählt, dürften die Erlöse stagnieren.

Analysten erwarten weiteren Gewinnsprung

Die Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn je Aktie von 8,22 Euro und damit 11,8% mehr als im Vorjahr. Damit ergibt sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16. Nicht zu viel, wenn Sie bedenken, wie hoch die wiederkehrenden Serviceerlöse sind und die Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber sind.


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Von: Rene König. Über den Autor

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