MTU-Aktie: Triebwerksbauer auf dem Weg zum Allzeithoch

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Triebwerksbauer MTU setzt Höhenflug fort. Gut gefülltes Auftragsbuch spricht für weiteres Wachstum. Die Konzernführung zeigt sich ausgesprochen zuversichtlich. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

In den zurückliegenden Jahren konnten Anleger mit der Aktie des Münchener Triebwerksspezialisten wenig falsch machen. Auf Fünfjahressicht erreichten Investoren nahezu eine Verdreifachung ihres eingesetzten Kapitals. Nach der jüngsten allgemeinen Marktschwäche ist die Aktie wieder auf dem Weg Richtung Allzeithoch. Sollten die Geschäfte wie geplant laufen, dürften neue Höchstkurse nur eine Frage der Zeit sein. Davon gehen zumindest die Analysten von J.P. Morgan und Hauck & Aufhäuser aus, die gerade ihre Kaufempfehlungen für den Titel bekräftigt haben.

Weltweit führender Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Robustes Geschäftsmodell mit hohen Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf-und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich  der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Anlauf-und Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft. Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten.

MTU’s neue GTF-Technologie reduziert Kraftstoffverbrauch, CO2 und Lärmemissionen und unterstützt somit die entsprechenden Anstrengungen vieler Airlines und erlaubt darüber hinaus geringere Betriebskosten.

Beeindruckende Geschäftsentwicklung

In den zurückliegenden Jahren liefen die Geschäfte bei den Münchenern ausgesprochen rund. Seit 2010 kletterten die Erlöse von 2,70 auf 3,89 Milliarden Euro. Zeitgleich verbesserte sich der Gewinn überproportional um 152% auf 359 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr erreichte die Gewinnspanne mit 9,2% das höchste Niveau seit dem Börsengang im Jahr 2005.

Neues Rekordjahr in Sicht

Derweil laufen bei MTU die Geschäfte hervorragend. So konnten die Umsätze in den ersten neun Monaten 2018 um 14 % auf 3,31 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Gewinn nach Steuern legte um 16 % auf 362,8 Millionen Euro zu.

Vor allem auf Grund der hohen Nachfrage nach Ersatzteilen und der zivilen Instandhaltung wurden nicht nur die Erwartungen erneut übertroffen, sondern auch die Jahresprognose zum zweiten Mal angehoben. Statt wie zuvor 4,2 Milliarden Euro peilt MTU nun 4,4 Milliarden Euro an Umsatz an. Der bereinigte Gewinn nach Steuern, dessen bisheriger Zielwert bei rund 450 Millionen Euro lag, erwartet der Konzern nun bei rund 470 Millionen Euro.

Die gute Entwicklung dürfte auch noch anhalten. In den vergangenen Jahren hat MTU viel investiert und erntet nun die Früchte. Bis 2025 rechnet die Konzernführung mit einem stetigen Gewinnzuwachs. Das erscheint nicht unrealistisch.  Immerhin beträgt der Auftragsbestand aktuell über 15 Milliarden Euro, was mehr als das 3,5-Fache der für 2018 avisierten Erlöse entspricht.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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