MTU: Triebwerkbauer nach erhöhter Jahresprognose auf Rekordkurs

MTU aero engines Logo RED_shutterstock_1087001873_Sergey Kohl

MTU Aero Engines-Aktie: Triebwerkhersteller meldet Rekordzahlen und sattes Auftragsplus. Die Aktie haussiert und setzt ihre Kursrally ungebremst fort (Foto: Sergey Kohl / shutterstock.com)

Die Berichtssaison läuft momentan auf Hochtouren und birgt für die Anleger nicht nur positive Überraschungen. Bei zahlreichen Unternehmen hagelte es zuletzt Gewinnwarnungen. Ob Continental, Lufthansa, BASF und Daimler aus der ersten oder Aumann, Jungheinrich, Brenntag oder Krones aus der zweiten Reihe. Viele Firmen stellten ihre Anleger auf unruhige Zeiten ein.

Doch positive Ausnahmen bestätigen die Regel. Nach soliden Zahlen hat der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines gerade seine Jahresziele nach oben geschraubt. Den Aktienkurs haben die positiven Nachrichten nochmals beflügelt und auf ein neues Rekordhoch getrieben. Seit dem Jahreswechsel liegen Anleger mit den Papieren rund 40% in der Gewinnzone, auf Fünf Jahressicht sind es sogar 260%.

Weltweit führender Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Robustes Geschäftsmodell mit hohen Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf- und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft. Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten.

MTU’s neue GTF-Technologie reduziert Kraftstoffverbrauch, CO2 und Lärmemissionen und unterstützt somit die entsprechenden Anstrengungen vieler Airlines und erlaubt darüber hinaus geringere Betriebskosten.

Gewinnmarge im zweiten Quartal nochmals verbessert

Bei leicht um 2% auf 1,1 Milliarden Euro gesunkenen Umsätzen im zweiten Quartal erhöhte der Konzern sein bereinigtes operatives Ergebnis vor Steuern auf 178 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um immerhin 11% und bedeutet eine Vorsteuergewinnmarge von 16%. Damit haben die Münchener ihre EBIT-Marge um weitere 1,9 Prozentpunkte verbessern können. Besonders das lukrative Wartungsgeschäft hat die Geschäftsentwicklung befeuert. Auf Sicht des ersten Halbjahres kann die Gesellschaft nun auf ein Umsatzplus von 4% auf 2,2 Milliarden Euro und ein Vorsteuerplus von 9% auf 365 Millionen Euro zurückblicken.

Hohe Kapazitätsauslastung schafft Planungssicherheit

Auch für die Zukunft sieht es rosig aus. Immerhin kletterte der Auftragsbestand auf 18,5 Milliarden Euro. Sie sollten bedenken, dass darin noch nicht einmal die neuen Aufträge der Branchenmesse in Le Bourget bei Paris in Höhe von 1,3 Milliarden Euro enthalten sind. Der enorme Auftragsbestand sorgt dafür, dass die Kapazitäten für die kommenden dreieinhalb Jahre komplett ausgelastet sind.

Hohe Kapazitätsauslastung schafft Planungssicherheit

Im Zuge des starken Jahresauftakts passt MTU die Jahresprognose nach oben an. Bislang lag der Zielwert der EBIT-Marge bei 15,5% (2018: 14,7%). Nun rechnet die Konzernführung sogar mit einer Marge von 16%. Unter dem Strich dürfte also ein Vorsteuerergebnis von 752 Millionen Euro hängenbleiben.

Dabei führt Firmenboss Reiner Winkler das gute Abschneiden vor allem auf den besseren Produktmix zurück. Zudem läuft die Entwicklung des Wartungsgeschäfts in China offenbar besser als erwartet.

MTU aero engines Logo RED_shutterstock_1087001873_Sergey Kohl

MTU-Aktie setzt ihren Aufwärtstrend fortDer Triebwerkshersteller MTU Aero Engines profitiert vom Wachstumsmarkt Luftfahrt. Die Aktie setzt ihren stabilen Aufwärtstrend fort. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz