MTU: Triebwerkbauer solide wie ein Schweizer Uhrwerk

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MTU: DAX-Neuling weiter im Wachstumsmodus. Management blickt zuversichtlich ins nächste Jahr. Aktie hängt breiten Markt deutlich ab (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Nach einem starken Kursverlauf des DAX-Neulings in diesem Jahr (+50%) tritt die Aktie des Triebwerkbauers MTU seit Anfang September auf der Stelle. Dabei könnte es operativ kaum besser laufen. Die abgeschwächte Konjunktur hat auf die Geschäfte des Münchener Konzerns keine Auswirkungen. Auf längere Sicht sieht Firmenboss Reiner Winkler sogar weiteres deutliches Wachstumspotenzial.

Weltweit führender Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Robustes Geschäftsmodell mit hohen Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf- und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft. Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten.

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MTU mit beeindruckender Geschäftsentwicklung

Mit seiner Positionierung erntete der Konzern in den zurückliegenden Jahren die Früchte seiner früheren Investitionen. Während die Umsätze seit 2010 von 3,58 auf 5,19 Milliarden Euro „nur“ um 44% nach oben kletterten, verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional auf zuletzt 509 Millionen Euro (+170%). Die Gewinnmarge lag in 2018 mit 9,79% zudem auf dem höchsten Niveau der vergangenen 15 Jahre.

Weiteres Wachstum in 2020 erwartet

Ein Ende der Erfolgsstory ist noch lange nicht in Sicht. Der Münchner Triebwerksbauer rechnet im kommenden Jahr mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses im hohen einstelligen Prozentbereich. Die zivile Instandhaltung und das zivile Seriengeschäft dürften die größten Wachstumstreiber sein, wie der Konzern am vergangenen Donnerstag bei einem Kapitalmarkttag angekündigt hat. Im militärischen Geschäft rechnet der Konzern 2020 mit stabilen Umsätzen.

Zivile Instandhaltung wird weiter boomen

Im zivilen Segment dürften laut Konzernausgaben sowohl das Serien- und Ersatzteilgeschäft zulegen als auch die Instandhaltung. Für die Instandhaltung und das Seriengeschäft stellt der Konzern für das nächste Jahr einen Umsatzanstieg mit einem jeweils hohen einstelligen Wert in Aussicht. In der Sparte Instandhaltung profitiert das Unternehmen nach eigenen Angaben von seiner starken Marktposition als unabhängiger Dienstleister ebenso wie von seinen Partnerschaften.

Zugleich sollen die Kapazitäten in der zivilen Instandhaltung mit Standorten in Polen, Serbien und China ausgebaut werden. Geht es nach dem Finanzboss Peter Kameritsch, dann könnten die Umsätze in der zivilen Instandhaltung in den kommenden zehn Jahren nochmals verdoppelt werden.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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