MTU: Triebwerkbauer wieder optimistischer

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MTU-Aktie: Management des Triebwerkbauers wird optimistischer. Geschäftsbelebung im kommenden Jahr in Sicht. Ab 2024 wieder überproportionales Wachstum erwartet (Foto: Sergey Kohl / shutterstock.com)

So schnell kann es gehen: Allein seit Anfang November schossen die Papiere des Triebwerkspezialisten MTU Aero Engines um 30% in die Höhe. Die positiven Impfstoffnachrichten sorgten für einen Stimmungswechsel bei den Investoren. Die Aussicht auf eine mittelfristige Rückkehr zur Normalität hat den Kurs regelrecht beflügelt. Zudem zeigt sich auch das Management des MDAX-Konzerns wieder zuversichtlicher und erwartet für die kommenden 12 Monate eine deutliche Geschäftsbelebung.

Weltweit führender Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die aktuelle Prognose eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Robustes Geschäftsmodell mit hohen Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf- und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft. Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten.

MTU’s neue GTF-Technologie reduziert Kraftstoffverbrauch, CO2 und Lärmemissionen und unterstützt somit die entsprechenden Anstrengungen vieler Airlines und erlaubt darüber hinaus geringere Betriebskosten.

Corona sorgt vorübergehend für deutliche Bremsspuren

Mit seiner Positionierung erntete der Konzern in den zurückliegenden Jahren die Früchte seiner früheren Investitionen. Während die Umsätze seit 2010 von 3,58 auf 4,62 Milliarden Euro „nur“ um 29% nach oben kletterten, verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional auf zuletzt 488 Millionen Euro. Die Gewinnmarge lag in 2019 mit 10,5% zudem auf dem höchsten Niveau der vergangenen Jahre. Dieses Jahr folgt allerdings ein Rücksetzer: Corona-bedingt dürfte laut Firmenangaben nur ein Umsatz von 4 bis 4,2 Milliarden Euro durch die Bücher gehen.

Phase des Neustarts

Ab dem kommenden Jahr erwartet Firmenboss Reiner Winkler wieder eine Belebung der Geschäfte. Vor allem die Besserung bei lukrativen Wartungsarbeiten im Kurz- und Mittelstreckensegment sollte für Rückenwind sorgen. Auch der Boom bei Frachtfluggesellschaften dürfte sich im Wartungsgeschäft spürbar positiv auswirken. Im Geschäft mit der Triebwerkswartung bei Passagier- und Frachtflugzeugen erwartet MTU für das kommende Jahr im Detail einen Umsatzzuwachs zwischen 20 und knapp 30 %. Im Großseriengeschäft geht Winkler hingegen nur von einer Stagnation aus, während sich das Militärgeschäft leicht positiv entwickeln dürfte.

Dennoch dämpfte der Firmenchef die Hoffnung der Investoren, in dem er die nächsten Jahre als eine Phase des Neustarts bezeichnete. Erst ab 2024 rechnet der Konzern damit, wieder ein überproportionales Wachstum zur Branche erzielen zu können.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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