Mühlbauer-Aktie: Großauftrag sorgt für Stimmungs-Umschwung

Smart-Card-Spezialist Mühlbauer meldet einen Großauftrag. 2017 wird ein Übergangsjahr, doch es besticht die attraktive Dividenden-Politik. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

In diesem Jahr hatten die Anleger der Mühlbauer Holding wenig zu lachen. Bereits im Januar markierten die Papiere ihr Jahres-Hoch bei 58 €.

Im Anschluss setzte ein deutlicher Kursverfall ein, der die Aktie bis auf 30 € nach unten trieb.

Zuletzt hellte sich das Bild wieder etwas auf: Mit positiven Nachrichten beendete die Aktie ihre Talfahrt und setzte zu einer spürbaren Erholungs-Bewegung an.

Was sind die Gründe für den bislang eher schwachen Kursverlauf? Ist die Trendumkehr gerechtfertigt?

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Mühlbauer-Konzern näher vorstellen:

Mühlbauer – Alles rund um Smart Cards

Mühlbauer ist eine international tätige Firma, das mit der Entwicklung und Fertigung von Anlagen für den Smart-Card-Bereich beschäftigt ist.

Eine Smart Card ist eine Chipkarte mit eigenem Prozessor, die als Identifizierungs-Karte eingesetzt wird. Smart Cards kapseln Daten in ihrem internen Speicher.

Die Karten kommunizieren mit anderen Rechnern nur über definierte Befehle. Die gekapselten Daten lassen sich nicht auslesen und auch nicht duplizieren.

Aktuell ist das Unternehmen mit rund 3.200 Mitarbeitern an mehr als 30 Standorten weltweit vertreten. Über 400 Ingenieure sind in Forschung und Entwicklung tätig.

Starke Zahlen im vergangenen Geschäftsjahr

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte der Technologie-Konzern mit 293 Mio. € (Vorjahr: 273,8 Mio. €) Umsatz ein neues Rekord-Niveau.

Unter dem Strich erzielte die Firma einen Netto-Gewinn von 39,5 Mio. €, was einer Gewinnspanne von immerhin 13,45% entspricht.

Je Aktie blieben damit 2,71 € an Profiten hängen. Nach den guten Ergebnissen konnten sich die Anleger über eine Dividende in Höhe von 1,50 € freuen.

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Auf Rekordjahr folgt deutliche Abkühlung

Nach starken Zahlen und einem deutlichen Kurs-Anstieg der Aktie (+62% in 2016) folgte in diesem Jahr die Ernüchterung.

Denn eine spürbare Zurückhaltung im Industrie-Geschäft sorgte im 1. Halbjahr für Bremsspuren. Mit 131 Mio. € Umsatz musste Mühlbauer einen deutlichen Rückgang von 13% verkraften.

Trotz des recht heftigen Geschäfts-Einbruchs blieb die Ertragskraft verhältnismäßig stabil.

Unter dem Strich erreichte das Rodinger Unternehmen eine Vorsteuer-Gewinnmarge von 13,7% (Vorjahr: 15,2%).

Mühlbauer geht für das Geschäftsjahr 2017 von einem Rückgang von Umsatz und operativem Ergebnis gegenüber dem Vorjahr aus.

Großauftrag lässt Anleger jubeln

Zuletzt haben die Anleger aber wieder Hoffnung geschöpft. Denn Mühlbauer gab bekannt, den Zuschlag für die Umsetzung eines ID-Projektes erhalten zu haben.

Insgesamt beläuft sich das Auftrags-Volumen, das schrittweise in den kommenden sechs Jahren abgearbeitet wird, auf rund 89 Mio. €.

Konstante Dividenden-Politik

Unterdessen können Sie sich bei Mühlbauer langfristig auf eine konstante Dividenden-Politik einstellen.

Der Konzern ist beinahe schuldenfrei und wirtschaftet trotz einiger Schwierigkeiten deutlich in der Gewinnzone. Per Ende des 1. Halbjahres verfügte das man über einen Cash-Bestand von 80 Mio. €.

Für Konstanz steht auch die stabile Aktionärs-Struktur. Denn über 40% der Aktien liegen in den Händen der Secura Vermögens-Verwaltung, die dem Vorstand Josef Mühlbauer zuzurechnen ist.

Der Firmengründer hat seinen Anteil in den vergangenen Jahren massiv aufgestockt. Anfang des Jahres hat die Secura beispielsweise für mehr als 1/2 Mio. € Aktien gekauft.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.