Muehlhan-Aktie: Spezialist für Oberflächen-Beschichtung auf Turnaround-Kurs

In den vergangenen Jahren brauchten die Anleger bei Muehlhan v. a. eines: viel Geduld.

Denn der Spezialist für Oberflächen-Beschichtung litt unter der zeitgleichen Schwäche von nahezu allen Kunden-Segmenten.

Die Dauerkrise in der Schifffahrt mit sinkenden Frachtraten, Überkapazitäten und Pleiten belastete den Konzern.

Ebenso belastend fielen der gesunkene Ölpreis sowie die verhaltene Entwicklung bei den Offshore-Windparks in Deutschland aus.

Aber mittlerweile scheint sich die Lage zu stabilisieren.

Zumindest der Blick auf den Aktienkurs zeigt einen Gewinn von mehr als 50% seit November und deutet an, dass sich die Stimmung der Anleger zunehmend zu drehen beginnt.

Muehlhan im Porträt

Trotz seines geringen Marktwerts von gerade einmal 43 Mio. € handelt es sich bei dem Hamburger Unternehmen um einen der weltweit führenden Anbieter für den Korrosions-Schutz.

Damit behandelt Muehlhan insbesondere die Oberflächen von Schiffen, Infrastruktur-Projekten wie:

  • Brücken,
  • Windkraft-Anlagen,
  • Bohrinseln,
  • Kränen
  • oder chemische Produktions- und Tank-Anlagen.

Dienstleistungs-Angebot wird ausgebaut

Muehlhan setzt mit seinem Geschäftsmodell auf 2 Erlös-Quellen.

Denn einmal wird der Korrosions-Schutz beim Neubau der Objekte aufgetragen und dann im Abstand von 5 – 10 Jahren im Rahmen von Wartungs-Verträgen erneuert.

Die Umsätze verteilen sich wie folgt:

  • Im vergangenen Jahr trug der Öl- und Gasbereich mit 25% zu den Gesamt-Erlösen bei,
  • 25% kamen aus dem Schiffsbau,
  • rund 14% aus dem Segment der erneuerbaren Energien
  • und 36% aus dem Industriebereich (Brücken, etc.).

Die ehemals wichtigen Standbeine Schiffneubau und -reparatur verlieren aber zunehmend an Bedeutung.

Durch Diversifikation und Restrukturierung sind mittlerweile das Industrie- und Energiegeschäft die umsatzstärksten Bereiche.

So wurde das Dienstleistungs-Angebot in der Vergangenheit weiter ausgebaut und umfasst jetzt auch den passiven Brandschutz, Gerüstbau, Stahlbau, Isolation und industrielle Reinigung.

Langjährige Kundenbeziehung, aber hohe Kapital-Intensität

Das Geheimnis der guten Position im Markt sind die langjährigen Kundenbeziehungen. Muehlhan verfügt in der Branche über einen ausgesprochen guten Ruf.

Aber das Geschäft bindet bei großen und komplexen Aufträgen viel Kapital, die Margen sind daher überschaubar.

Auf der anderen Seite schafft dies zugleich Markteintritts-Barrieren, die besonders von kleineren Rivalen schwer zu überwinden sind.

Deutliche Ergebnis-Verbesserung in 2016

Das Geschäftsjahr 2015 hat noch stark unter den Auswirkungen des kollabierenden Ölpreises gelitten und die Investitions-Neigung der Kunden ging in den Keller.

Danach haben sich die Geschäfte zuletzt aber wieder stabilisiert. Der Schiffsbereich verliert indes zunehmend an Bedeutung.

Nach einem Umsatz-Minus von 23% im vergangenen Geschäftsjahr ist der Umsatz-Beitrag von 35% auf nur noch 25% gesunken. Unterm Strich kletterten die Erlöse auf 254,3 Mio. € (+6,4%).

Die Vorsteuer-Marge verbesserte sich im Gegenzug von 5,2 auf 6,9%. Am Ende blieb mit 1,8 Mio. € Gewinn das Doppelte übrig wie im Vorjahr.

Großauftrag lässt Anleger hoffen

Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet der Konzern weiterhin schwierige Marktbedingungen und ein auf dem Vorjahres-Niveau stagnierenden Umsatz.

Allerdings könnte die Profitabilität weiter anziehen. Nach einem Vorsteuer-Ergebnis von 6,9 Mio. € im letzten Jahr könnten jetzt 6,5 – 8,5 Mio. € herausspringen.

Hoffnung macht unterdessen ein Großauftrag, den der 2.800 Mitarbeiter starke Konzern gerade an Land gezogen hat:

Mit dem Öl-und Gasförderer Mærsk Oil konnte ein Rahmenvertrag im Gesamt-Volumen von 100 – 130 Mio. € abgeschlossen werden.

Die Laufzeit umfasst die nächsten 5 Jahre mit der Option auf ein weiteres Jahr.

Die Auswirkungen auf das Vorsteuer-Ergebnis sollen allerdings gering sein, dafür werden so kurzfristig 300 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Fazit

Muehlhan hat sich in einem spannenden Nischenmarkt positioniert. Trotz des Silberstreifs am Horizont sind die Abnehmermärkte zur Zeit alles andere als stabil.

Sollte die Ergebnis-Verbesserung wirklich erreicht werden, dann könnte der Gewinn je Aktie auf 0,15 € (Vorjahr: 0,09 €) steigen. Damit würde die Aktie mit dem 20-Fachen der Gewinne handeln.

Allerdings müssen Sie beachten, dass es sich bei dem Papier um eine ausgesprochen kleine Firma mit geringer Liquidität handelt. Entsprechend hoch sind die Risiken und die Schwankungsbreite in dem Papier.

10. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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