Müll fällt immer an

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Aufgrund des Bevölkerungswachstum wird auch das Müllaufkommen steigen. Davon profitieren Unternehmen wie Waste Management. (Foto: Evan Lorne / Shutterstock.com)

Waste Management ist das größte auf Abfallwirtschaft spezialisierte Unternehmen in den USA.

Der Konzern betreibt eigene Recycling- und Müllverbrennungsanlagen sowie Deponien für den ganz normalen Hausmüll. Und solange keine neue Möglichkeit erfunden wird um den Müll zu entsorgen, wird Waste Management weiterhin gutes Geld verdienen. Auch in den ersten 9 Monaten 2018 lagen Umsatz und Gewinn über den Vorjahreswerten. Unterm Strich erhöhte sich der Gewinn um ein Drittel. Vor allem durch das Kerngeschäft Abfallbeseitigung hat sich die operative Marge dank Kostensenkungen um 0,5 Prozentpunkte auf 18,3% verbessert.

Im Recyclingbereich sah sich Waste Management weiterhin mit rückläufigen Sekundär-Rohstoffpreisen konfrontiert. Der Konzern wächst seit der Gründung im Jahr 1968 kontinuierlich, teils organisch, aber auch durch gezielte Übernahmen. Waste Management deckt mit seinem Konzept erfolgreich die gesamte Wertschöpfungskette ab und ist dabei ein innovatives Unternehmen. So wurde beispielsweise die Fahrzeugflotte auf Gas umgestellt, das wiederum von den Mülldeponien gewonnen wird. Dadurch spart der Konzern Millionen an Kraftstoffkosten.

Es läuft nicht rund bei Stericycle

Ein weiterer Spezialist ist Stericycle. Der US-Marktführer entsorgt medizinische Abfälle und besetzt in einem stark fragmentierten Bereich eine Nische, die als konjunkturresistent gilt. Sondermüll zu entsorgen ist nicht einfach, besonders wenn man die Schwierigkeiten und Kosten bedenkt, die bei der Entsorgung anfallen. Zudem besteht aufgrund behördlicher Auflagen für Mitbewerber eine erhebliche Eintrittsbarriere.

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Dennoch hat der Konzern in den vergangenen Jahren Schwierigkeiten gehabt, die Gewinne zu steigern. Das führte zu einer umfassenden Geschäftsumwandlung, um wieder auf Kurs zu kommen. Der Erfolg blieb bislang aus. Der Umsatz ging im 3. Quartal 2018 um 3,2% zurück, und der Gewinn hat sich halbiert.

Wasser ist ein Wachstumsmarkt

Wenn man bedenkt, dass nur 0,8% der globalen Wasserreserven als Trinkwasser verfügbar sind, dann ist sauberes Wasser keine Selbstverständlichkeit. Trinkwasser ist für uns lebenswichtig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Nachfrage nach Wasser steigt und gleichzeitig das Angebot schrumpft. Wasser ist ein Wachstumsmarkt, von dem American Water Works profitiert. Der Konzern ist der größte Wasser- und Abwasserbetrieb in den USA und steigert seit Jahren Umsatz und Gewinn. So auch in den ersten 9 Monaten 2018. Durch Akquisitionen und organisches Wachstum kommen jedes Jahr neue Kunden hinzu.

Im Gegensatz zu American Water Works arbeitet SW Umwelttechnik bei Weitem nicht so profitabel. Während bei den Amerikanern von 100 $ Umsatz knapp 13 $ als Gewinn übrigbleiben, sind es bei den Österreichern von 100 € Umsatz gerade einmal 1,80 €. In den ersten 9 Monaten 2018 profitierte das Unternehmen von der guten konjunkturellen Lage in Ungarn und Rumänien. Aber auch die Maßnahmen zur Optimierung der Kosten sorgten für eine Verbesserung der Ertragskraft. Unabhängig davon, wie gut oder schlecht sich einzelne Unternehmen entwickeln, ist die Versorgung mit frischem Wasser ein zentrales Thema und ein Wachstumsmarkt.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.