Münchener Rück Aktie: Rückschlag nach Gewinneinbruch

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Auf den Gewinneinbruch folgt der Kursknick: Die Münchener Rück Aktie musste zuletzt deutlich Federn lassen. Schuld waren die Hurrikans 2017. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Herber Rückschlag für die Münchener Rück: Die Hurrikanes Harvey, Irma und Maria haben die Bilanz für das vergangene Jahr kräftig durcheinandergewirbelt.

Insgesamt muss der Rückversicherer allein für Schäden, die durch diese drei Stürme entstanden sind, mit 2,7 Milliarden Euro geradestehen. Damit macht die Hurrikansaison 2017 den Löwenanteil der Großschäden aus: Insgesamt musste die Munich Re im vergangenen Jahr für Schäden in Höhe von 4,3 Milliarden Euro aufkommen.

Damit fiel die Belastung insgesamt fast dreimal so hoch aus wie im vergleichsweise ruhigen Vorjahr. Dementsprechend deutlich schrumpfte denn auch der Überschuss in der Bilanz zusammen: Für das vergangene Jahr verzeichnet die Munich Re einen Gewinneinbruch um 85 Prozent auf 392 Millionen Euro – der niedrigste Wert seit 14 Jahren.

Einen Lichtblick in der Bilanz lieferte überraschend die Erstversicherungstochter Ergo: Sie konnte die angepeilte Gewinnspanne von 200 bis 250 Millionen Euro übertreffen und erzielte ein Plus von satten 273 Millionen Euro.

Munich Re Aktie: Dividende bleibt unverändert

Trotz der insgesamt schwachen Ergebnisse will die Munich Re jedoch ihre Anleger weiterhin mit einer Dividende in Höhe von 8,60 Euro – und damit auf dem Niveau des starken Vorjahres – beglücken. Tenor: Die Belastungen des Konzerns sollen nicht zur Belastung für die Aktionäre werden.

Insgesamt sollen auf diese Weise 1,3 Milliarden Euro ausgeschüttet werden. Mit Blick auf die bereits erwähnten mageren Gewinne wird deutlich, dass der Rückversicherer dafür an seine Substanz gehen muss. Allerdings ist das Kapitalpolster ausreichend, um die Mehrbelastung zu stemmen.

Für das neue Jahr wagt der Dax-Konzern bislang noch keine konkrete Prognose, will aber wieder besser abschneiden als zuletzt. Beobachter schätzen, dass mit einem Gewinn von 2 bis 2,4 Milliarden Euro gerechnet werden könne – diese Zielspanne war ursprünglich für das vergangene Jahr vorgesehen.

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Nicht alle Schäden sind versichert

Dass der Konzern selbst so kurz nach Jahresbeginn noch keine Zielvorgaben definieren will, erscheint mit Blick auf das Vorjahr durchaus logisch – denn ob und wie heftig sich größere Naturkatastrophen in der Bilanz niederschlagen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zunächst einmal ist unvorhersehbar, ob beispielsweise größere Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Flutkatastrophen stattfinden oder ausbleiben werden. Auch die Stärke der Hurrikansaison lässt sich nicht vorhersagen.

Für den Rückversicherer ist aber nicht nur die Stärke, sondern auch die Region solcher Naturkatastrophen relevant: Denn während in den USA die meisten Menschen gegen entsprechende Schäden versichert sind, waren etwa von der Flutkatastrophe in Pakistan vor wenigen Jahren deutlich mehr Menschen betroffen – aber eben nicht versichert, weswegen sich trotz immenser Schäden dieses Naturereignis kaum in der Bilanz des Rückversicherers niederschlug.

Bessere Ergebnisse durch Stellenabbau?

Da der Dax-Konzern in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder schwächere Ergebnisse einfuhr als zu Spitzenzeiten, wird nun auch ein größerer Stellenabbau in Erwägung gezogen. Die Rede ist von einer höheren dreistelligen Anzahl an Vollzeitstellen, nähere Details hierzu sollen noch bekanntgegeben werden.

Die Munich Re Aktie erlebte nach der Bilanzpräsentation einen herben Dämpfer, konnte sich in den vergangenen Tagen aber wieder ein Stück weit emporkämpfen und kostete am Freitag gut 182 Euro.

Analysten betrachteten das Papier zuletzt eher zurückhaltend und raten mehrheitlich dazu, die Aktie zu halten – allerdings gibt es wesentlich mehr Kauf- als Verkaufsempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit knapp 197 Euro zudem fast 8 Prozent oberhalb der jüngsten Notierung.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.