Münchener-Rück-Aktie: Extreme Stürme und Beben verhageln das Geschäft

Sie waren eines der beherrschenden Themen in diesem Herbst: die heftigen Wirbelstürme, die Anfang September über die Karibik und Teile der US-Südstaaten hinweggefegt sind.

Ihre Spuren haben die Hurrikans Harvey, Irma und Maria nicht nur in den betroffenen Landstrichen hinterlassen, sondern auch in den Bilanzen der Versicherungs-Branche.

Gleich mehrere Rückversicherer haben angesichts der verheerenden Schäden ihre Jahres-Prognosen zurechtgestutzt und warnen nun vor schwachen Zahlen für das abgelaufene Quartal.

Enorme Belastung durch extreme Hurrikans

Die Munich Re etwa beziffert die erwartete Belastung allein durch die Schäden der 3 genannten Wirbelstürme auf 2,7 Mrd. €.

Hinzu kommen weitere Großschäden, etwa durch die schweren Erdbeben in Mexiko.

Insgesamt rechnet der Münchener Rückversicherer mit einer Schadenssumme von 3,2 Mrd. € für das 3. Quartal.

Damit liegt man in etwa auf einer Linie wie die Konkurrenz, die von ähnlichen Summen ausgeht.

Dass die Munich-Re-Aktie auf die Warnungen nicht groß reagierte liegt wohl vor allem daran, dass sie bereits während der Wirbelstürme kräftig nachgegeben hatte und sich seither wieder etwas erholen konnte.

Die Belastungen waren also erwartet worden und sind bereits weitgehend eingepreist.

Vorsichtige Gewinn-Prognose

Eine Jahres-Prognose wollte der im DAX notierte Konzern nicht konkret beziffern.

Man geht aber von einem „kleinen Gewinn“ aus – vorausgesetzt, im laufenden Schlussquartal kommen nicht erneut außergewöhnlich heftige Schäden hinzu.

Dies wiederum ist keineswegs sicher.

Mehrfach kam es in den vergangenen Jahren auch in den Winter-Monaten zu Schneestürmen, die weite Teile der US-Ostküste lahmlegten und die versicherten Schäden in enorme Höhen katapultierten.

Dass durch eine Häufung entsprechender Ereignisse die Nachfrage nach Rückversicherungen ansteigen könnte, wäre aus Sicht der Munich Re ein denkbarer positiver Nebeneffek.

Auch der kann jedoch die nun offenbar verhagelte Jahres-Bilanz nicht mehr beschönigen.

Immerhin: Am laufenden Aktienrückkauf-Programm soll nicht geschraubt werden.

Die Rückstellungen für Schadens-Regulierung scheinen hinreichend gut aufgestellt zu sein, um auch mit schwierigen Quartalen wie dem vergangenen klarzukommen.

Munich-Re-Aktie erreicht Jahres-Höchststand

Trotz der negativen Nachrichten schoss die Munich-Re-Aktie zuletzt sogar in die Höhe und erreichte Ende Oktober ihren vorläufigen Jahres-Bestwert bei gut 195 €.

Damit liegt sie auf Jahressicht rund 10% im Plus.

Viele Analysten trauen dem Papier einen weiteren Anstieg auf 200 € zu, manche sehen darüber hinaus Potenzial auf bis zu 215 € (Goldman Sachs).

Empfehlungen, die Aktie zu halten oder zu kaufen, halten sich in etwa die Waage.

Warnungen vor stärkeren Kurs-Korrekturen und Rückgängen auf 180 € oder weniger sprachen hingegen nur wenige Analysten zuletzt aus.

So raten Experten der Credit Suisse zum Verkauf; sie rechnen mit einem Absturz auf 174 €.

2017-11-03 Munich Re


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8. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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