Mutares: Aktie mit deutlichem Rabatt

Bei Mutares handelt es sich um eine deutsche Beteiligungs-Gesellschaft, deren Aktie mit großem Rabatt auf den Substanzwert gehandelt wird. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die Aktien deutscher Beteiligungs-Gesellschaften entwickelten in den vergangenen Monaten und Jahren teilweise überdurchschnittlich gut.

Zu den größten Überfliegern der vergangenen Jahre in diesem Segment zählt die mittelständische, inhabergeführte Beteiligungs-Gesellschaft MBB.

Deren Aktie kommt allein in den zurückliegenden 12 Monaten auf ein Plus von 160%.

Neben MBB überzeugten zuletzt auch Beteiligungs-Gesellschaften wie Indus und die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG).

Es gibt jedoch auch mittelständische Beteiligungs-Gesellschaften in Deutschland, die bis dato weniger im Fokus stehen – und damit teils noch attraktive Chancen bieten.

Eine dieser Gesellschaften ist Mutares.

Mutares-Aktienkurs deutlich unter NAV

Das Unternehmen hat gestern seinen NAV zum 30. Juni dieses Jahres veröffentlicht und offenbart mit dieser Kennzahl einmal mehr eine deutliche Unterbewertung.

Falls Sie sich jetzt fragen, was ein NAV ist – kein Problem: NAV ist der Net Asset Value (also der Netto-Inventarwert) aller Beteiligungen von Mutares.

Der NAV von Mutares lag per 30. Juni dieses Jahres bei 319,4 Mio. €. Auf jede einzelne Mutares-Aktie heruntergerechnet ergibt sich ein NAV von rund 20,60 €.

Das bedeutet vereinfacht gesagt:

Würde Mutares sich morgen auflösen und alle Beteiligungen zu einem marktgerechten Preis verkaufen, kämen rund 20,60 € je Aktie an Verkaufserlösen zustande.

Der Clou: Die Mutares-Aktie notiert derzeit bei knapp über 12 €. Insofern ist die Aktie aus meiner Sicht unterbewertet.

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Selbst wenn ich konservativ herangehe und einen Abschlag von 20% zum NAV für angemessen erkläre, ergibt sich ein Kurs-Potenzial von rund 35%.

Die Aktien einiger Beteiligungs-Gesellschaften werden an der Börse sogar mit einem Aufschlag zum NAV gehandelt.

Noch keine Halbjahres-Zahlen von Mutares

Was ist sonst noch passiert bei Mutares?

Über die Geschäftszahlen des 1. Halbjahres kann ich Ihnen an dieser Stelle noch nicht berichten, da diese erst im September vorgelegt werden.

Dafür kann ich Ihnen von einem Zukauf und einem Verkauf berichten.

Ende Juni meldete die Mutares-Tochter STS den Kauf der Produktionsstätte des Schweizer Autoneum-Konzerns im brasilianischen Betim.

Mit diesem Zukauf setzt STS die Wachstums-Strategie konsequent fort, sich zu einem führenden globalen Fahrzeug-Zulieferer zu entwickeln.

Mutares verkauft Grosbill

Darüber hinaus hat Mutares vor wenigen Wochen seine französische Tochter Grosbill, ein Handelskonzern für Unterhaltungs-Elektronik, verkauft.

Mutares hat die Firma 2015 von der französischen Auchan-Gruppe erworben. Im Jahr 2016 wurde ein Umsatz von 83 Mio. € mit 144 Mitarbeitern erwirtschaftet.

Der Grund für den Verkauf:

Im Zuge der weiteren Profilschärfung will Mutares stärker diejenigen Geschäftsmodelle forcieren und ausbauen, die sich durch eine starke technische Entwicklung und eine eigene Produktion auszeichnen.

Damit läuft bei der mittelständischen Beteiligungs-Gesellschaft also weiterhin alles nach Plan.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.