Mutares-Aktie nach wie vor unterbewertet

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Warum die Mutares-Aktie seit Jahresbeginn spürbar zugelegt hat und warum trotzdem nach wie vor Potenzial vorhanden ist. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Über die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mutares habe ich an dieser Stelle schon einige Male berichtet. Hier aber zunächst noch einmal in aller Kürze das Geschäftsmodell: Mutares sucht nach Aussage von Gründer und Großaktionär Robin Laik nach Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 und 500 Mio. Euro, die defizitär arbeiten.

Mutares beteiligt sich vor allem an Unternehmen, die über ein etabliertes Geschäftsmodell verfügen. Durch intensive operative Betreuung, Mutares entsendet 5 bis 7 Mitarbeiter für mindestens 6 Monate in das zu sanierende Unternehmen, wird der Zukauf dann auf einen profitablen Pfad gebracht.

Solide Zahlen

Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mutares hat zuletzt solide Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2019 vorgelegt. Mutares erzielte in den ersten 3 Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 203,3 Mio. Euro.

Dabei konnte ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (EBITDA) erzielt werden. Die liquiden Mittel betrugen zum 31. März 2019 85,4 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote der Mutares Gruppe ging leicht zurück, liegt aber noch immer im soliden Bereich. Viel entscheidender als die Zahlen für das 1. Quartal ist die Tatsache, dass Mutares im laufenden Jahr den Ausbau des Beteiligungsportfolios mit hohem Tempo vorantreibt.

Ausbau des Portfolios läuft auf Hochtouren

Nachdem im 1. Quartal bereits zwei Add-on-Akquisitionen (ergänzende Zukäufe) für die Tochter Donges erfolgten, wurden in diesem Monat noch einmal zwei Transaktionen abgeschlossen. Die Donges Gruppe ist auf Stahlbau und Dach- und Fassadenlösungen spezialisiert.

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Ein florierendes Geschäft in Zeiten einer boomenden Baukonjunktur. Daneben hat Mutares mit ArcelorMittal TrefilUnion SAS ein Unternehmen gekauft, das als eigenständige Plattformgesellschaft fungieren soll.

Das Unternehmen ist eine ehemalige Tochter eines Stahlkonzerns und produziert Drähte und Stahlseile für verschiedene Anwendungen und Branchen. Darüber hinaus erfolgte kürzlich der Kauf von 80% der Anteile an Plati Elettroforniture S.p.A., einem Produzenten von Verkabelungen, der zuletzt einen Umsatz von 38 Mio. Euro erzielte.

Mit den vorgestellten Übernahmen, weiteren bereits getätigten Übernahmen und noch bevorstehenden Übernahmen untermauert Mutares das für dieses Jahr angestrebte Umsatzwachstum auf mehr als 1 Mrd. Euro.

Deutliches Plus seit Jahresbeginn

Nach Aussage von Laik hat es in der Vergangenheit bereits mehrere Anfragen hinsichtlich einer Übernahme von Mutares gegeben. Doch da Mutares-Chef Laik überzeugt ist, dass sein Unternehmen in den nächsten Jahren eine sehr positive Entwicklung nehmen wird, wurden die Anfragen stets abgelehnt.

Dass Laik überzeugt von den Perspektiven ist, untermauert die Tatsache, dass er seit Jahresbeginn für mehr als 1,2 Mio. Euro aus seinem privaten Vermögen Mutares-Aktien gekauft hat. Er sagte kürzlich gegenüber der Börsen-Zeitung, dass das Unternehmen aus seiner Sicht deutlich unterbewertet ist. Dem möchte ich nicht widersprechen. Ein Teil der Unterbewertung wurde seit Jahresbeginn bereits abgebaut: Die Mutares-Aktie hat seit Beginn des Jahres inklusive Dividende um über 30% zugelegt.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.