Mutares-Tochter STS vor Börsengang

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Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mutares will ihre größte Tochter an die Börse bringen. (Foto: Deutsche Börse AG)

Vor rund einem Monat habe ich Ihnen an dieser Stelle zuletzt von der mittelständischen deutschen Beteiligungsgesellschaft Mutares berichtet. In den Wochen zuvor war einiges los bei dem Unternehmen. So wurde beispielsweise angekündigt, dass man erwägt, die STS Group, die größte Beteiligung von Mutares, an die Börse zu bringen.

Zwischenzeitlich wurden weitere Details dazu bekannt. Wahrscheinlich wird STS schon in Kürze an die Börse gebracht.

STS ist ein aus mehreren Unternehmen entstandener LKW-Zulieferer. Mutares bezeichnet die Tochter STS als weltweit führenden Nutzfahrzeug-Systemlieferant für die Automobilindustrie für sogenannte Soft- und Hard-Trim-Komponenten.

Darüber hinaus ist die Gesellschaft mit Hauptsitz in Hallbergmoos eigenen Angaben zufolge technologisch mitführend in der Herstellung von Kunststoff-Spritzguss, Akustik-Spezialprodukten sowie des insbesondere im Leichtbau eingesetzten Werkstoffes SMC.

Weitere Details zum STS-Börsengang

STS rechnet im Zuge des Börsengangs mit einem Emissionserlös aus der Platzierung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 50 Mio. Euro. Zudem will sich die Mutter Mutares von STS-Anteilen trennen – wird aber auch nach dem Börsengang Mehrheitseigentümer bleiben. Die finanziellen Mittel, die im Zuge des Börsengangs eingenommen werden, sollen vorrangig in das weitere Wachstum der STS Group investiert werden.

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die STS Group nach ungeprüften Zahlen einen Umsatz in Höhe von 425 Mio. Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) lag bei 24 Mio. Euro.

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Die STS Group hat insgesamt rund 2.500 Beschäftigte und verfügt nach eigenen Schätzungen über einen Auftragsbestand von 1,9 Mrd. Euro für die Jahre 2018 bis 2022. Damit sind die Auftragsbücher für das laufende und die kommenden Jahre bereits prall gefüllt, was eine gute Basis für steigende Umsätze liefern sollte.

STS hat für sich einige Kernthemen identifiziert, die durch die Erlöse aus dem Börsengang vorangetrieben und zu zukünftigem Wachstum führen sollen.

Es handelt sich dabei um den Ausbau der Produktionskapazitäten in China und Osteuropa, den direkten Eintritt in den US-amerikanischen Markt, Initiativen für weitere Automatisierung sowie eine Forcierung der Entwicklung von Lösungen speziell für Elektromobilität und autonomes Fahren.

STS-Börsengang könnte wesentlicher Werttreiber werden

Geht der STS-Börsengang erfolgreich über die Bühne, könnte er ein wesentlicher Wert- und Wertreiber für die Mutares-Aktie sein. Aktuell notiert die Mutares-Aktie bei einem Kurs von unter 18 Euro deutlich unter dem aktuellen NAV (Nettoinventarwert) der Aktie. Dieser lag zuletzt bei 25,70 Euro.

Der Börsengang der STS Group könnte den NAV weiter ansteigen lassen und damit auch den Abschlag der Mutares-Aktie zum NAV. Aus meiner Sicht bietet sich daher augenblicklich eine interessante Einstiegsgelegenheit bei diesem deutschen Nebenwert.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.